Kretschmann: Gewaltbereite Flüchtlinge aus Großstädten rausnehmen

Heilbronn/Stuttgart  Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht sich Sorgen wegen gewaltbereiter Flüchtlinge. Er hält es für notwendig, „junge Männerhorden“ von Großstädten fernzuhalten.

Von Michael Schwarz

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will gewaltbereiten Flüchtlingen klare Grenzen aufzeigen. Foto: Mario Berger.  

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) macht sich dafür stark, künftig „junge Männerhorden“ unter den Flüchtlingen aus Sicherheitsgründen von Großstädten fernzuhalten.

„Man muss sie trennen und wahrscheinlich auch schauen, dass man solche Leute aus den Großstädten rausnimmt. Großstädte sind für solche Leute wegen der Anonymität attraktiv und weil sie dort Gleichgesinnte treffen. Der Gedanke, dass man da welche in die Pampa schickt, ist nicht falsch. Das sind Dinge, die wir gerade überlegen“, sagte Kretschmann in einem Interview mit der Heilbronner Stimme.

Mitte Oktober soll eine 18 Jahre alte Studentin in Freiburg nach einem Discobesuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Acht Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft - sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und ein 25 Jahre alter Deutscher. Die Polizei sucht inzwischen nach zwei weiteren Verdächtigen, da sie weitere Körperspuren gefunden hat.

Problematisch werde es immer dann, so Kretschmann, wenn nicht Einzelne eine Straftat begehen würden, sondern eine Gruppe. „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerte Gruppen können immer Böses anrichten. Die Vergewaltigung in Freiburg ist ein schlimmes Beispiel.“ Es dürfe nicht zugelassen werden, dass eine kleine Minderheit Gewaltbereiter eine große Zahl von rechtschaffenen Asylsuchenden diskreditiere.

Verständnis für Ärger bei Grünen über Vorgehen Strobls

Weiter erklärte Kretschmann, dass er den Ärger bei den Grünen über den jüngsten Vorstoß zur Verschärfung des Polizeigesetzes von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) nachvollziehen könne. „Meine Fraktion hat sich etwas überfahren gefühlt. Das hat zu heftigen Irritationen geführt, das verstehe ich“, erklärte Kretschmann. Ihn selbst habe es jedoch nicht so gestört.

Strobl hatte einen Entwurf vorgelegt, um das Polizeigesetz zu überarbeiten. Er enthält auch die umstrittene Online-Durchsuchung von Computern, die die Grünen sehr kritisch sehen. Es handelt sich dabei um das heimliche Durchsuchen von Festplatten, um Terrorpläne zu vereiteln. Strobl begründete die Maßnahme unter anderem mit der anhaltend hohen Terrorgefahr auch in Baden-Württemberg.

Kretschmann lobt Bundesspitze der Grünen

Kretschmann sagte zudem, bei einem Scheitern der großen Koalition würde er Neuwahlen präferieren. „Wir haben nichts gegen Neuwahlen. Aber die anderen, die gerade im Tiefflug sind, habe sicher Angst davor. Die Regierung ist erst mal gewählt und soll was hinbekommen. Wenn sie scheitert, sind wir bereit, Verantwortung zu übernehmen“, so Kretschmann. Er selbst komme mit dem Kurs der Grünen im Bund besser zurecht als früher. Kretschmann: „Ich bin jetzt besser gelitten. Früher gab es viel Skepsis. Die neuen Bundesvorsitzenden sind auf einen Kurs eingeschwenkt, der die Leute dort abholt, wo sie sind. Trotzdem ist ein Kompass sichtbar und sie eiern nicht nur rum.“