Verkauf von größter ehemaliger US-Wohnsiedlung gestoppt

Mannheim (dpa/lsw)  Der Verkauf der größten ehemaligen US-Wohnsiedlung in Deutschland liegt wegen der explodierten Flüchtlingszahlen in Mannheim auf Eis. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) prüft gemeinsam mit der Landesregierung, ob die rund 140 Hektar große

Leerstehende Häuser im «Benjamin Franklin Village»
2000 Flüchtlinge leben bereits auf einem Teil des US-Wohnsiedlungsgeländes. Foto: Uwe Anspach/Archiv

Fläche für weitere Flüchtlinge verwendet werden muss. 2000 Asylsuchende leben schon auf einem Teil des Geländes. «Wir versuchen der Landesregierung klarzumachen, dass wir unseren Verpflichtungen den Investoren gegenüber nachkommen müssen», sagte Mannheims Konversionsbeauftragter Konrad Hummel am Dienstag und bestätigte Informationen des «Mannheimer Morgen».

Auf dem Areal Franklin in Mannheim, das ungefähr so groß ist wie die dortige Innenstadt, soll ein Wohngebiet für 8000 Menschen entstehen. Die elf Investoren haben laut Hummel klargemacht, dass sie große Sorge haben, dass das Projekt mit einem Volumen zwischen 600 Millionen Euro und 700 Millionen Euro nicht zustande kommt.

Die Unsicherheit, wie viele Flüchtlinge noch in Baden-Württemberg aufgenommen werden müssen, gefährde die gesamte Planung. «Wir verstehen die Not der Landesregierung, die Flüchtlinge unterzubringen. Wenn der Vertrag nicht zustande kommt, wären wir wieder auf Null», betonte Hummel. Auch müsse verhindert werden, dass aus dem Benjamin Franklin Village ein reines Flüchtlingslager werde.

Die US-Streitkräfte sind abgezogen und haben das Gelände an die Bima übergeben. Über den Preis, den Mannheim an die Bima entrichtet hat, haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.