KSC-Clubhaus sagt nach Protesten AfD-Veranstaltung ab

Karlsruhe (dpa/lsw)  Eine Veranstaltung von Rechtspopulisten im Clubhaus des Karlsruher SC? Das ging dem Fußball-Zweitligisten zu weit, er protestierte. Jetzt hat der Clubhauswirt die Veranstaltung abgesagt. Geht der Landesparteitag der AfD wie geplant über die Bühne?

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Der KSC empfahl, der AfD die das Clubhaus nicht zur Verfügung zu stellen. Foto: Uli Deck/Archiv

Erst hagelte es Proteste, jetzt hat das Clubhaus des Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC eine Veranstaltung der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) abgesagt. Ursprünglich sollte an diesem Freitag AfD-Bundesvorstand Alexander Gauland in dem Clubhaus einen Vortrag halten. Er habe die Veranstaltung jedoch am Dienstag kurzfristig abgesagt, sagte der Inhaber des Clubhauses, Athanasios Chatzitehodorou. Am Montag hatte der KSC sich in die Debatte eingeschaltet und dem Clubhauswirt empfohlen, der AfD keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Die AfD-Veranstaltung stand unter dem Titel «Mut zur Wahrheit. Das Scheitern der alternativlosen Politik». Sie war unter anderem vom Karlsruher SPD-Vorsitzenden Parsa Marvi kritisiert worden. Er warf dem KSC vor, «rechten Hetzern» eine Bühne zu bieten, und rief den Sportverein auf, eine Absage zu erzwingen.

Der KSC reagierte am Montag. Zwar könne keiner rechtlichen Einfluss auf die Entscheidung des Clubhauswirts nehmen, wem er seine Gasträume vermiete, hieß es in einer Pressemitteilung. Aber der KSC empfehle ihm, der AfD keine Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Der Verein sei entsprechend seiner Satzung politisch neutral, hieß es zur Begründung. Deshalb wolle der KSC nicht mit einer solchen Veranstaltung nicht in Verbindung gebracht werden.

Chatzitehodorou sagte, er habe die politische Brisanz des AfD-Auftritts zu spät erkannt - schließlich sitze die AfD im Karlsruher Gemeinderat. Die Empfehlung des KSC habe bei der Absage keine Rolle gespielt. Er habe die Entscheidung schon vorher gefasst. Zunächst war unklar, ob und wo die AfD nach einem neuen Veranstaltungsort sucht.

Auch in der Stadt Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) sind die Rechtskonservativen mit ihrem Landesparteitag am 24. und 25. Oktober ungebetene Gäste. Dort kommt die AfD zum zweiten Mal für einen Parteitag zusammen - seit ihrer Neuausrichtung und seit der Abspaltung der Partei «Allianz für Fortschritt und Aufbruch» (Alfa).


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