Jagd auf Wölfe: Kritik an Untersteller

Stuttgart  Die Südwest-CDU wirft Grünen-Umweltminister Franz Untersteller bei der Debatte über den Wolf Unglaubwürdigkeit vor. Untersteller hingegen sieht keinen Grund, erneut eine Debatte über die Bejagung des Tieres zu führen.

Von Michael Schwarz
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In der grün-schwarzen Landesregierung gibt es Streit über den richtigen Umgang mit dem Wolf. Foto: Archiv/dpa

Grün-Schwarz kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Streit über den Klimaschutz erhöht die Südwest-CDU auch beim Umgang mit dem Wolf den Druck auf Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Die Christdemokraten wollen erreichen, dass der Wolf in das Jagdrecht aufgenommen wird - und damit von Jägern geschossen werden kann. Untersteller ist hingegen verwundert über den Vorstoß.

Forderung nach professionellem Management

"Herr Untersteller hat hier ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem. Wir brauchen für den Wolf dringend ein professionelles Management. Und das kann nur von Jägern geleistet werden", erklärt Manuel Hagel, Generalsekretär der baden-württembergischen CDU, gegenüber der Heilbronner Stimme. Er greift den Koalitionspartner insgesamt an. "Mit der ständigen Blockadehaltung wirkt es so, als würden die Grünen am liebsten überhaupt nichts zu dem Thema machen." Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) legt nach: "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht erfolgen muss. Wir werden weiter in der Sache Druck machen." Die Tötung von Wölfen sollte von Jägern übernommen werden - und nicht, wie von den Grünen gefordert, von "Sonderbeauftragten aus dem Naturschutz", so Hauk.

Wolfsrisse sorgen für Aufsehen

In Baden-Württemberg wurden seit 2015 immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. Aktuell gesichert ist, dass sich ein Tier im Nordschwarzwald aufhält. Die jüngsten Wolfsrisse im Südwesten gab es Mitte Februar dieses Jahres im Ortenaukreis. Für Aufsehen sorgte vor allem ein Fall vor rund einem Jahr in Bad Wildbad (Kreis Calw), als mehr als 40 Schafe gerissen wurden. "Der Wolf ist um uns herum wieder heimisch geworden. Man muss nun wirklich kein Hellseher sein, um zu sehen, dass der Wolf auch in Baden-Württemberg wieder heimisch wird", warnt Hagel. Dies sei aus CDU-Sicht eine Gefahr für die Weidetiere - und damit für die Landwirtschaft im Südwesten.

Wölfe bleiben streng geschützt

Untersteller hat kein Verständnis für das Vorgehen der CDU. Der Wolf müsse aus zwei Gründen nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden. "Der erste ist, dass Wölfe auch im Jagdgesetz die streng geschützten Tiere blieben, die sie jetzt schon sind. Das heißt, es würde die Entnahme, um die es vielen ja geht, keineswegs erleichtern", so Untersteller. Der zweite Grund sei, dass das Wolfsmanagement durch die Aufnahme ins Jagdgesetz komplizierter werde. Zudem könnte schon heute ein Wolf, der Menschen gefährlich werde, getötet werden. "Es gibt weder einen Anlass noch einen Grund, die Debatte über Wolf und Jagdgesetz erneut zu führen", ist Untersteller verärgert.

AKK: Bürger reagieren empfindlich

CDU-Bundeschefin Annegret Kramp-Karrenbauer mahnt derweil an, die Rückkehr des Wolfes ernst zu nehmen. "In manchen Bundesländern ist das ein echtes Problem", sagte sie beim Stimme-Wahlcheck am Mittwochabend. "Bürger reagieren da sehr empfindlich, weil das für sie eine reelle Gefahr ist."


Zwölf Tiere getötet

Nach Angaben des Stuttgarter Umweltministeriums wurden bislang deutschlandweit zwei Wölfe aufgrund ihres auffälligen Verhaltens entnommen, also getötet. Müsse im Südwesten ein Wolf entnommen werden, sei ein Fangteam innerhalb weniger Tage einsatzfähig. 

 

 


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