Hoffnung für die Rockfabrik?

Ludwigsburg  Die Ludwigsburger Kult-Diskothek Rockfabrik ist vom Aus bedroht. Nun gibt es womöglich eine Gnadenfrist. Trotzdem müssen die Betreiber schnell einen neuen Standort finden.

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Die Solidarität der Rockmusik-Fans ist beispiellos: Mehr als 32.000 haben eine Petition im Netz unterstützt, 2000 gingen für den Erhalt der Rockfabrik (Rofa) auf die Straße. Jetzt sieht es so aus, als könne die Ludwigsburger Kult-Diskothek über das Jahresende hinaus weiter machen. Doch die Sache hat offenbar einen Haken.

Rofa-Chef sieht noch keinen Durchbruch

"Ich bin grundsätzlich Optimist", sagt Johannes Rossbacher, einer der vier Geschäftsführer. "Wenn ich aber nichts Konkretes habe, kann ich keinen Optimismus verbreiten." Demnach weiß auch er nur aus zweiter Hand, dass in die zuletzt völlig verfahrene Causa Rofa Bewegung gekommen ist.

Wie zu hören ist, hat der neue Ludwigsburger Oberbürgermeister Matthias Knecht in Gesprächen mit dem Rofa-Vermieter, der Max-Maier-Immobiliengesellschaft, zumindest eine Annäherung erreicht. Demnach steht im Raum, dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag für die von der Disko angemieteten Immobilie in der Ludwigsburger Weststadt doch noch einmal verlängert werden könnte. Die Rede ist von einem halben Jahr.

Areal beim Bahnhof als Alternative im Gespräch

Über das Gespräch sei Stillschweigen vereinbart worden, heißt es offiziell aus dem Rathaus. Auch die Max-Maier-Immobiliengesellschaft gibt auf Nachfrage keine Auskunft. Rossbacher geht davon aus, dass die Betreiber zügig einen Alternativstandort präsentieren müssen. Denn dass es für die 1983 gegründete Diskothek an der Grönerstraße langfristig weitergeht, gilt als ausgeschlossen. "Wir haben mehrere Optionen", sieht Rossbacher zumindest nicht ganz schwarz. Die Betreiber wollen die Rockfabrik auf jeden Fall in Ludwigsburg halten.

Fans gingen für ihre Disko auf die Straße

"Wir unterstützen die Rockfabrik dabei, einen Alternativstandort zu finden", sagt OB Matthias Knecht. Drei bis vier Standorte würden geprüft. Um über "Chancen der Realisierbarkeit" zu sprechen ist es laut Knecht noch zu früh, auch einen favorisierten Standort habe die Stadt noch nicht. Die "Ideallösung" wäre für Rofa-Chef Rossbacher ein Gelände, das zuletzt immer wieder als möglicher Alternativstandort gehandelt wurde.

Hoffnung für Rockfabrik? Skepsis bleibt

Früher Kaffeefabrik, bald Schauplatz eines neuen Aufgusses der Rockfabrik-Legende? Das Nestlé-Areal in Ludwigsburg wird als Disko-Standort gehandelt.

Foto: Hettich

Das sogenannte Nestlé-Areal direkt neben dem Ludwigsburger Bahnhof wartet auf eine neue Nutzung, seit der Lebensmittelkonzern sein Caro-Kaffee-Werk geschlossen hat. Verhandlungen zwischen Nestlé und der Stadt, die einen Teil des Geländes kaufen will, sind laut Stimme-Informationen weitgehend abgeschlossen. Von Seiten der Stadt gibt es hierzu keine Bestätigung.

Für ihre Fans ist die Rockfabrik schlicht eine Legende. Hier traten früher Bands wie Metallica, Iron Maiden, Manowar, Nazareth, Motörhead oder die Scorpions auf. Auf Facebook hat sich eine "Rettet die Rofa"-Gruppe gegründet, bei einer Demonstration Ende September war auf Schildern unter anderem zu lesen: "Metal ist meine Religion, die Rofa ist meine Kirche."


Alexander Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist seit 2003 bei der Heilbronner Stimme. Er berichtet über den Kraichgau, Verkehr, Pendler und Themen aus benachbarten Landkreisen. 

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