Hausärztemangel: Wie ist die aktuelle Situation?

Südwesten/Region  Für Hausbesuche bei älteren und chronisch kranken Patienten greifen Ärzte zunehmend auf speziell ausgebildete Assistentinnen zurück. Dennoch: Eine flächendeckende Hausarztversorgung wird zunehmend schwieriger - auch in der Region.

Mehr Ärzte lassen Hausbesuche von Assistentinnen machen. Foto: Jens Büttner/Archiv

Die Zahl der sogenannten Versorgungsassistentinnen in Hausarztpraxen (VERAH) liegt inzwischen bei bundesweit 7155, im Mai waren es noch 6500, wie aus Zahlen des Hausärzteverbandes hervorgeht. In Baden-Württemberg sind 2255 solcher Assistentinnen statt der Ärzte unterwegs. Ziel des Programms ist die Entlastung der Allgemeinmediziner. Das Weiterbildungsprogramm für medizinische Fachangestellte zur Versorgungsassistentin gibt es seit mehr als fünf Jahren. Es soll Ärzte entlasten.

In einigen Regionen im Südwesten gibt es schon jetzt einen Hausärztemangel, die Situation wird sich nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg weiter verschärfen. In den nächsten fünf Jahren können demnach voraussichtlich rund 500 Hausarztpraxen, in denen ein Arzt aufhört, nicht nachbesetzt werden.

Das entspreche rund zehn Prozent der bestehenden Praxen im Land. Schon jetzt fehlen Ärzte. Von den 101 Versorgungsgebieten in Baden-Württemberg sind 29 Gebiete unterversorgt, wie aus der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung hervorgeht. Wenn das Arzt-Einwohner-Verhältnis stimmt, spricht man von einer 100-Prozent-Versorgung.

Die schlechteste Hausarztversorgung gibt es in Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis) mit 67,7 Prozent, gefolgt von Horb (Kreis Freudenstadt) mit 77,8 Prozent und Öhringen (Hohenlohekreis) mit 83 Prozent. In 37 Bezirken dürfen sich keine weiteren Hausärzte niederlassen, weil der Versorgungsgrad höher als110 Prozent liegt. Den höchsten Versorgungsgrad im Land erreicht Freiburg mit 145,8 Prozent. dpa