Gaffern könnten bald härtere Strafen drohen

Stuttgart  Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will Personen härter bestrafen, die Unfallopfer filmen oder fotografieren. Dazu hat sie jetzt einen Gesetzentwurf vorgelegt. Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) unterstützt das Vorhaben.

Von Michael Schwarz und dpa

Justizministerium schlägt härtere Strafen für Gaffer vor
Der Bund will Gaffer härter bestrafen. Dies trifft auf Zustimmung bei Südwest-Justizminister Guido Wolf (CDU). Foto: dpa

Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) unterstützt den Gesetzentwurf des Bundes zur härteren Bestrafung von Gaffern, die Unfallopfer filmen oder fotografieren. "Polizisten und Retter haben leider zuletzt immer häufiger berichtet, dass Gaffer bei Unglücksfällen Tote fotografieren. Wer Tote bei einem Unglück filmt oder fotografiert, gehört bestraft", erklärt Wolf gegenüber der Heilbronner Stimme.

Baden-Württemberg habe bereits im April vergangenen Jahres gemeinsam mit Niedersachsen eine Bundesratsinitiative zur härteren Bestrafung von Gaffern eingebracht, sagt der CDU-Politiker. "Es scheint, als hätte der Druck Wirkung gezeigt, denn die Bundesjustizministerin hat nun endlich einen Entwurf vorgelegt. Es wurde Zeit, dass sie liefert. Ich hoffe, dass der Bundesgesetzgeber nun eine gesetzliche Regelung schafft", so Wolf weiter.

Pläne der Bundesjustizministerin

Wer Unfallopfer filmt oder fotografiert, muss künftig mit Strafen rechnen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will das "Herstellen und Übertragen einer Bildaufnahme, die in grob anstößiger Weise eine verstorbene Person zur Schau stellt", als Straftat werten.

Bislang schützt das Strafrecht nur lebende Menschen vor entwürdigenden Bildern. Bei Toten - etwa Opfer von Verkehrsunfällen oder Gewaltverbrechen - werden solche Aufnahmen nur als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht gewertet, Angehörige können die Löschung im Internet verlangen. Künftig würden sogar Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren gelten.

 


Michael Schwarz

Chefkorrespondent Landespolitik

Michael Schwarz ist seit 2005 bei der Heilbronner Stimme. Landesregierung, Landtag, Parteien, Fraktionen, Politiker - Schwarz beobachtet rund um die Uhr die landespolitischen Akteure in Stuttgart und geht der Frage nach, ob diese einen guten Job machen.

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