Florian H.: Ermittler uneinig über Durchsuchungsbeschluss

Stuttgart (dpa/lsw)  Die Polizei in Stuttgart wollte nach dem Tod eines 21-jährigen Aussteigers aus der rechten Szene einen Durchsuchungsbeschluss für dessen Zimmer - die Staatsanwaltschaft lehnte dies aber ab.

«Wir wollten noch weitere Erkenntnisse bekommen, es war ein heißer Fall, das wissen wir alle», sagte der Erste Kriminalhauptkommissar Helmut Hagner vom Polizeipräsidium Stuttgart am Montag vor dem Untersuchungsausschuss zum rechtsextremen Netzwerk NSU. Es habe keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden und deswegen keine weiteren Ermittlungen gegeben. Hagner betonte, dass für eine Durchsuchung ein konkreter Verdacht bestehen müsse. Wenn die Staatsanwaltschaft diesen verneine, seien der Polizei die Hände gebunden.

Der 21-jährige Florian H. war im September 2013 in seinem Auto auf dem Cannstatter Wasen verbrannt. Am selben Tag hatten ihn Beamte des Landeskriminalamtes befragen wollen. Der 21-jährige soll gewusst haben, wer die Polizistin Michèle Kiesewetter im Jahr 2007 in Heilbronn tötete. Der Mord wird dem rechtsextremen Netzwerk des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zugerechnet. Zuletzt hatten die Eltern vor dem Ausschuss ausgesagt und den Ermittlern schlampige Arbeit vorgeworfen.


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