Elterninitiative fordert Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium

Stuttgart (dpa/lsw)  Schüler in Baden-Württemberg sollen aus Sicht einer Elterninitiative wieder nach neun Jahren das Abitur ablegen können. Fundierte Bildung und ein «gesundes Großwerden» benötigten mehr Zeit als die an den meisten Gymnasien üblichen acht Jahre, heißt es zur Begründung.

Schülerin streicht Schriftzug «G8» an einer Tafel
Eine Schülerin der Oberstufe streicht an einem Gymnasium den Schriftzug «G8» an einer Tafel durch.  

Der politische Fehler, auf eine achtjährige Gymnasialbildung umzusteigen, müsse wie in anderen Bundesländern zurückgenommen werden, fordert die Initiative. Es gehe nicht um ein leichteres Abitur, sondern um eine breite Bildung und eine fundierte Studierfähigkeit der Abiturienten. Beides habe unter der Schulzeitverkürzung gelitten.

Die von der Landesregierung aufgezeigten neunjährigen Bildungswege zum Abitur, etwa über ein berufliches Gymnasium, seien keine akzeptablen Alternativen, meint die Gruppierung. Seit dem 23. März haben 25 000 Menschen (Stand: Mittwochnachmittag) die Petition unterstützt. Laufzeit sind sechs Monate, danach wird die Petition dem Petitionsausschuss des Landtags übergeben.

Die Initiatoren hoffen, dass dieser sich ihrer Sache annimmt und die Diskussion reaktiviert. Auch der Philologenverband hatte 2016 rund 14 600 Unterschriften für das neunjährige Gymnasium (G9) gesammelt und dem Ausschuss übergeben. Die Gymnasiallehrer hatten sich zuvor mit ihrer Forderung, G9-Standorte zu genehmigen, wenn Schulen, Schulträger, Schüler und Eltern vor Ort das wünschen, bei Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) einen Korb geholt.

Als Modell ist an 44 Schulen im Land ein neunjähriger Weg zum Abitur noch möglich. Das Mannheimer Karl-Friedrich-Gymnasium wollte zum neuen Schuljahr 2018/19 den Schulversuch laut Ministerium nicht mehr verlängern. So ist künftig nur noch an 43 Gymnasien das Abitur nach neun Jahren möglich.