Drei aus Syrien gerettete Weißhelme in Deutschland

Stuttgart/Berlin (dpa/lsw)  Die syrische Hilfsorganisation Weißhelme hat im Bürgerkrieg mehr als 100 000 Menschen gerettet. Drei Mitglieder und ihre Familien suchen nun in Deutschland Schutz - auch in Baden-Württemberg.

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Ein Mitglied des syrischen Zivilschutzes («Weißhelme») trägt in Damaskus ein Kind auf dem Arm.

Drei aus Syrien gerettete Mitglieder der Zivilorganisation Weißhelme und ihre Familien sind in Deutschland angekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag in Berlin. Es handele sich um drei Weißhelme und 14 Familienangehörige. Ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart sagte, dass darunter eine siebenköpfige Familie sei, die künftig in Baden-Württemberg leben werde. Sie sei zunächst im niedersächsischen Friedland untergebracht und werde Ende Oktober/Anfang November im Südwesten erwartet, weil sie dorthin familiäre Bezüge habe.

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion waren vor knapp drei Monaten Hunderte Weißhelme und deren Familien aus dem Südwesten Syriens nach Jordanien in Sicherheit gebracht worden. Regierungstruppen hatten die Rettungshelfer zuvor zusammen mit vielen anderen Zivilisten umstellt. Israel öffnete dafür seine eigentlich geschlossene Grenze, um die Weißhelme über sein Staatsgebiet ins Nachbarland Jordanien zu bringen. Ursprünglich wollte Deutschland acht Weißhelme und ihre Familien aufnehmen, insgesamt 47 Menschen. Jedoch schafften es im Juli nicht alle über die Grenze. Die Menschen, die nach Jordanien gelangten, kamen dort zunächst in einem Flüchtlingslager unter.

Wo die besagte siebenköpfige Familie - darunter sind auch Kinder - in Baden-Württemberg leben wird, war zunächst nicht bekannt. Zuerst hatte der «Spiegel» am Donnerstag über die Ankunft der Weißhelme in Deutschland berichtet. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte bereits im Sommer Aufenthaltsgenehmigungen erteilt. Das heißt, die Syrer müssen nach ihrer Ankunft in Deutschland nicht Asyl beantragen. Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes erlaubt eine Aufnahme aus dem Ausland «aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen».


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