Deutsche Bahn muss elf Millionen zahlen

Stuttgart  Die Deutsche Bahn muss wegen schlechter Leistungen im Nahverkehr im vergangenen Jahr 11 Millionen Euro an das Land zahlen. "Das ist der höchste Wert, der in Baden-Württemberg je gegen ein Verkehrsunternehmen verhängt wurde", teilte das Verkehrsministerium in Stuttgart mit.

Von dpa

Mit dem Geld sollen die unbefriedigenden Zustände verbessert werden. "Das ist eine stattliche Summe, die uns aber nicht freut", betonte Ressortchef Winfried Hermann (Grüne). "Sie ist Preis der Schlechtleistung." Der Fahrgastbeirat des Verkehrsministeriums kann den Abwärtstrend bestätigen. Seit Herbst 2016 registriert die Lobby für die Millionen Kunden des Nahverkehrs im Land hohe Ausfallraten von Zügen und große Verspätungen.

Damals nämlich ist der sogenannte große Verkehrsvertrag ausgelaufen, der quasi das Monopol der Deutschen Bahn für Aufträge im Nahverkehr festgeschrieben hatte. "Für die Kunden war es völlig unverständlich, dass beim gleichen Betreiber plötzlich nichts mehr funktionierte", sagt der Chef des Gremiums, Matthias Lieb. Hintergrund sei, dass die Bahn die Wartung ihrer Züge nur bis zum Auslaufen des großen Verkehrsvertrages geplant habe.

Von Oktober 2016 an seien die Züge in die Werkstätten gekommen, so Lieb. Zudem habe die Bahn Probleme bei der Beschaffung barrierefreier Züge gehabt, die das Land als Besteller verlangt habe. "Da hat man nicht die Besten bekommen", sagt Lieb. Die 20 Jahre alten Doppelstockwagen seien nicht mit den neueren Loks kompatibel. "Das hat die Bahn unterschätzt."