Coronakrise auch bei den Kirchen: Gottesdienste abgesagt

Rottenburg/Freiburg (dpa/lsw)  Die Coronakrise schränkt auch das kirchliche Leben auf historisch beispiellose Weise ein. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart sagte am Montag alle öffentlichen Eucharistiefeiern und andere Gottesdienste bis einschließlich 19. April ab und erklärte: «Die Sonntagspflicht ist für diesen Zeitraum ausgesetzt. Die Kirchen in der Diözese bleiben aber geöffnet, um Gläubigen die Möglichkeit zum Gebet zu geben.» In dringenden Ausnahmesituationen könnten Priester und Diakone das Taufsakrament im engen Familienkreis spenden.

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Die Bänke der Stiftskirche in Stuttgart sind außerhalb der Gottesdienstzeit fast leer.

Im Erzbistum Freiburg sind Gottesdienste bislang nicht grundsätzlich abgesagt: Ob sie stattfinden können, hänge von den Bestimmungen der örtlichen Gesundheitsbehörden zu den maximalen Teilnehmerzahlen ab. «Werden mehr Besucherinnen und Besucher erwartet, ist der Gottesdienst vorsorglich abzusagen», erklärte die Kirchenleitung.

Die evangelische Landeskirche in Württemberg empfahl ihren Gemeinden dringend, «ab sofort und bis auf weiteres auf Gottesdienste zu verzichten». Die evangelische Landeskirche in Baden empfiehlt dies noch nicht, hat aber andere Veranstaltungen abgesagt.

Die Kirchen- und Pfarrgemeinderatswahlen in den beiden katholischen Bistümern finden am kommenden Sonntag als Briefwahl statt. Die Wahllokale bleiben geschlossen. Im Erzbistum Freiburg, wo die Pfarrgemeinderäte in 224 Gemeinden neu gewählt werden, können die Katholiken ihre Stimme auch online abgeben. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart werden fast 10 000 Kirchengemeinde- und Pastoralräte gewählt.


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