CDU-Präsidiumsmitglied Spahn kritisiert Kirchen

Politik  Jens Spahn, Mitglied im Präsidium der CDU, sieht die Kirchen vor großen Problemen. Er rät ihnen, sich auf ihre Kernthemen zu konzentrieren und sich nicht mehr so sehr in die Tagespolitik einzumischen.

Von Michael Schwarz

Jens Spahn
Jens Spahn. Foto: dpa

Jens Spahn übt Kritik an den Kirchen. „An zu vielen Stellen machen die Kirchen nicht mehr das, wofür sie da sind. Sie sollten sich mehr auf ihre Kernthemen konzentrieren – also Seelsorge, Glaubensvermittlung oder auch das Karitative. Stattdessen mischen sie sich jedoch zu sehr in die Tagespolitik ein und machen sich so nur zu einem von vielen Interessenvertretern“, sagte Spahn im Interview mit der „Heilbronner Stimme“.

Zudem fehle ihm bei den Kirchen oft der Bezug zur Realität. „Ex-Bundespräsident Gauck sagte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise: ‚Unser Herz ist weit, doch unsere Möglichkeiten sind begrenzt’. Diese ehrliche Klarheit vermisse ich leider zu oft bei Predigten und öffentlichen Äußerungen von Vertretern meiner Kirche“, so Spahn weiter.

Spahn sieht CDU nicht als Avantgarde

In diesen Tagen findet in Berlin und Wittenberg der Evangelische Kirchentag statt. An den fünf Tagen werden rund 140.000 Besucher erwartet. Weiter erklärte Spahn, die CDU wolle als konservative Kraft Veränderungen behutsam angehen. „Die CDU ist nie Avantgarde von gesellschaftlichen Veränderungen und wird das auch nie sein, macht manche Themen durch Verlangsamung aber mehrheitsfähig. Das ist unsere große Stärke“, so der parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium.

Weiter machte sich Spahn stark für ein Einwanderungsgesetz, in dem die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt im Fokus stehen solle. Spahn: „Wir wollen Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und nicht in die Sozialsysteme. Wie können wir das steuern? Wie können wir unkontrollierte Einwanderung durch den massenhaften Missbrauch des Asylrechts unterbinden? Darum geht es uns. Wir müssen auch lernen, Erwartungen an die Einwanderer zu formulieren. Wer zu uns kommt, muss nicht Goethe auswendig lernen. Aber wir dürfen erwarten, dass sich Zuwanderer interessieren für die Kultur unseres Landes und dass sie mit anpacken wollen – und nicht als Erstes einen Antrag auf dem Amt stellen.“
 

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