Bergwacht rüstet sich für steigende Einsatzzahlen im Winter

Südwesten  Die Helfer der Bergwacht im Südwesten opfern ihre Freizeit, um andere zu retten. Die Einsatzzahlen steigen, weil immer mehr Menschen in der Natur unterwegs sind. Nun steht die Wintersaison bevor.

Bergwacht
Eine Rettungshündin liegt während einer Bergwacht-Übung im Schnee. Foto: Peter Kneffel/Archiv

Die Bergwacht in Baden-Württemberg sieht sich nach erfolgreichen Finanzverhandlungen mit dem Land gut gerüstet für die Wintersaison. Die Notfallhilfe könne garantiert werden, sagten Vertreter der Hilfsorganisation am Montag auf dem Feldberg im Schwarzwald.

Rechtzeitig zur bevorstehenden Wintersportsaison habe die Bergwacht mehr Geld, neue Fahrzeuge und zusätzliche Technik zugesagt bekommen. Dies sei auch notwendig, sagte der Landesleiter Bergrettungsdienst der Bergwacht Schwarzwald, David Hierholzer. Es ziehe immer mehr Menschen zu Freizeitaktivitäten in die Natur, die Zahl der entsprechenden Angebote steige.

Groß angelegte Rettungs- und Sucheinsätze

„Die Nutzung der Natur für sportliche Aktivitäten nimmt enorm zu, das Freizeitverhalten wird breiter“, sagte Hierholzer. Es reiche vom Skifahren bis zum Schneeschuhwandern, vom Klettern bis zum Geocaching. Zudem seien auch immer mehr ältere Menschen in der Natur aktiv. Die Folge sei ein erhöhtes Unfallrisiko. Die Bergwacht müsse daher mit weiter steigenden Einsatzzahlen rechnen.

Schnee auf dem Feldberg
Eine Frau läuft auf dem Feldberg im Schwarzwald durch die Landschaft. Foto: Patrick Seeger

Um Rettung abseits von befestigten Wegen und Straßen zu gewährleisten, setze die Organisation neue Technik ein, sagte Geschäftsführer Lutz Scherer. So werde in diesem Winter erstmals ein Unimog genutzt. Durch seine hohe Geländetauglichkeit ermögliche er groß angelegte Rettungs- und Sucheinsätze in unwegsamem Gebiet.

Die Bergwacht im Südwesten rückt jährlich zu mehr als 2200 Notfällen aus. Im Oktober hatte sich die Organisation mit dem Land auf mehr finanzielle Förderung und vier neue Einsatzfahrzeuge als Soforthilfe geeinigt. Zuvor hatte sie ihre Einsatzfähigkeit wegen Finanznot und veralteter Technik infrage gestellt.

Die Krankenkassen werden der Bergwacht künftig deutlich mehr Geld pro Notfalleinsatz zahlen als bisher, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart am Montag. Zudem erhöhe das Land seine Förderung. Der Bergrettungsdienst im Land werde so gesichert. Das Land halte sich somit an seine Zusagen.

2.500 ehrenamtliche Helfer

Die beiden Organisationen im Land, die Bergwacht Schwarzwald und die Bergwacht Württemberg, arbeiten komplett ehrenamtlich. Sie haben nach eigenen Angaben rund 2500 Mitglieder. Helfer, die zu Notfällen ausrücken, müssen ihre Ausrüstung wie Helm, Ski oder Kletterausrüstung aus eigener Tasche bezahlen. Einsätze werden von den Krankenkassen bezahlt, Geld für Fahrzeuge kommt vom Land. Einen Großteil der Kosten müssen die Bergretter aber aus eigener Tasche tragen. lsw


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