Akw Fessenheim soll endgültig im Sommer 2020 vom Netz gehen

Fessenheim (dpa)  Das umstrittenen Atomkraftwerk im elsässischen Fessenheim soll seinen Betrieb bis zum Sommer kommenden Jahres endgültig einstellen. Der erste Reaktor werde im Februar 2020 vom Netz genommen, teilte der französische Betreiber EDF am Donnerstag mit.

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Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen)
Sylvia Kotting-Uhl (Bündnis 90/Die Grünen), spricht im Bundestag.

Der zweite Reaktor solle dann Ende Juni folgen. Das Akw Fessenheim in unmittelbarer Nähe zur deutschen Grenze ist seit 1977 am Netz und damit das älteste noch laufende Kernkraftwerk Frankreichs. Kritikern gilt es schon seit Jahrzehnten als Sicherheitsrisiko. Das Datum der endgültigen Abschaltung der Reaktoren hatte sich bereits mehrmals verschoben.

Mit der Terminankündigung mache die französische Regierung nun deutlich, dass es ihr mit der Abschaltung des Kernkraftwerks ernst sei, teilte die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer mit. «Das ist eine sehr gute Nachricht für unsere Region und ein starkes Signal für den Zukunftsprozess Fessenheim, der damit grenzüberschreitend Fahrt aufnimmt», so Schäfer nach einem deutsch-französischem Treffen zur Zukunft der Region nach der Stilllegung.

Anfang des Jahres unterzeichnete der damalige französische Umweltminister François de Rugy im elsässischen Volgelsheim ein «Zukunftsprojekt» für die Region. Die Gegend soll demnach ein europäisches Aushängeschild für nachhaltiges Wirtschaften werden. Auch die Bahnverbindung zwischen Colmar und Freiburg solle im Zuge dessen eventuell wiederbelebt werden. Gemeinsam werde man sich für die Reaktivierung der Strecke einsetzen, erklärte Schäfer in der Mitteilung.

Die Grünen-Atomexpertin im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, begrüßte das konkrete Abschaltdatum. Beunruhigend seien aber zunehmende Probleme und Sicherheitsrabatte für den Betreiber, kritisierte Kotting-Uhl. EDF dürfe beispielsweise auf Sicherheitsprüfungen und bestimmte Instandhaltungen verzichten. «Die Bundesregierung muss das gegenüber der französischen Atomaufsicht ansprechen», so die Politikerin.


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