2020 sind laut DLRG 39 Menschen im Südwesten ertrunken - Sorge um Schwimmfähigkeiten

Bad Nenndorf/Stuttgart  In Baden-Württemberg sind 2020 mindestens 39 Menschen ertrunken, das sind zwei mehr als im Vorjahr. Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Dienstag zufolge kommt damit im Bundesvergleich jeder zehnte Badetote aus Baden-Württemberg.

Von dpa und unserer Redaktion
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Die gefährlichsten Badestellen im Südwesten bleiben weiterhin Flüsse und Seen. Foto: Archiv/dpa

In ganz Deutschland starben im vergangenen Jahr mindestens 378 Menschen bei Unglücken im Wasser. Sowohl im Bund als auch im Südwesten verunglückte der größte Anteil in Flüssen und Seen.

Großer Andrang an offenen Badegewässern im vergangenen Sommer

Vor allem in den Sommermonaten Juli und August ertranken deutlich mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum. „Das heiße Sommerwetter und die coronabedingte Reduzierung der Angebote in den Frei- und Hallenbädern hat zu einem hohem Andrang an den offenen Badegewässern geführt“, sagte Armin Flohr, Präsident des DLRG-Landesverbands Baden-Württemberg.

Dass viele Menschen ihren Urlaub im Südwesten verbracht haben, verschärfte die Situation zusätzlich. Die gefährlichsten Badestellen im Südwesten bleiben weiterhin Flüsse mit 16 (2019: 18) und Seen mit 20 (2019: 15) Verunglückten.

Weniger Kinder im Schwimmunterricht

Wie in den Vorjahren ertranken in Deutschland die meisten Menschen in Bayern. Unter den bundesweiten Opfern waren 18 Kinder im Vorschulalter und fünf im Grundschulalter - jeweils mehr als in den Vorjahren. Die DLRG sorgt sich um die Schwimmfähigkeiten der Kinder. Dem Verband zufolge ist die Entwicklung alarmierend, weil Bäder geschlossen werden und nicht genügend Schwimmunterricht angeboten werden kann. Hinzu kommt, dass den Rettungsschwimmern Wasserflächen für Aus- und Fortbildung fehlen.


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