126 Drogentote im Südwesten - Behörden bei „Legal Highs“ alarmiert

Südwesten  Die Zahl der Opfer ist in diesem Jahr leicht gestiegen - auch weil zum ersten Mal Menschen nach der Einnahme neuartiger Designerdrogen sterben. Die meisten Drogentoten im Südwesten werden in Stuttgart und Mannheim registriert.

Erstmals gab es 2014 sechs Todesfälle aufgrund des Konsums von sogenannten Legal Highs. Foto: dpa

Die Zahl der Todesopfer aufgrund des Konsums illegaler Drogen ist in Baden-Württemberg in diesem Jahr leicht gestiegen. Die Behörden registrierten 126 solcher Fälle, fünf mehr als 2013, wie Innenminister Reinhold Gall (SPD) am Dienstag mitteilte. Zu Beginn des Jahrhunderts waren es mit 287 Todesfällen noch mehr als doppelt so viele gewesen.

Die Statistik der Drogentoten des ausklingenden Jahres - nicht berücksichtigt sind legale Rauschmittel wie Alkohol und Nikotin -enthält 112 Männer (2013: 98) und 14 Frauen (2013: 23). Das Durchschnittsalter ist um ein Jahr auf 36 Jahren gesunken, das jüngste Opfer ist erst 16 Jahre alt gewesen. Die meisten Todesfälle sind auf Heroin zurückzuführen - hier gab es eine Zunahme von 48 auf 57 Fälle.

Erstmals gab es in diesem Jahr sechs Todesfälle aufgrund des Konsums von Substanzen, die als „Legal Highs“ bezeichnet werden. Die „unberechenbare und lebensbedrohliche Wirkung“ solcher Designerdrogen werde völlig unterschätzt, beklagte Gall. „Unter Einwirkung von synthetischen Cannabinoiden kommt es häufig zu Panikattacken oder Wahnvorstellungen.“ So hätten sich zwei junge Männer im Alter von 25 und 26 Jahren nach Einnahme von Räuchermischungen aus dem Fenster gestürzt und seien dabei ums Leben gekommen.

Die meisten Drogentoten gab es mit jeweils neun Opfern in Stuttgart und Mannheim. Danach folgten Ludwigsburg (acht), Heilbronn (sieben), Freiburg und Ravensburg (jeweils sechs), Reutlingen (fünf), Pforzheim, Biberach, Schwäbisch Hall und Esslingen (jeweils vier) sowie Tübingen, Böblingen und Karlsruhe (jeweils drei).


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