Spitzenplatz unter den Reiseweltmeistern

Stuttgart - Die Baden-Württemberger sind in Sachen Urlaub besonders aktiv. Rund 75 Prozent von ihnen machten im letzten Jahr wenigstens eine Reise. Damit liegen sie hinter den Nordrhein-Westfalen auf Rang zwei im Ländervergleich. Zum Auftakt der Stuttgarter Touristikmesse CMT (Caravan, Motor, Touristik) bezifferte Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen die Gesamtausgaben auf 6,5 Milliarden Euro im Jahr.

Von Peter Reinhardt
Email
Spitzenplatz unter den Reiseweltmeistern

„Wir sehen keine Krise.“

Holger Siebert, Caravan-Verband

Stuttgart - Die Baden-Württemberger sind in Sachen Urlaub besonders aktiv. Rund 75 Prozent von ihnen machten im letzten Jahr wenigstens eine Reise. Damit liegen sie hinter den Nordrhein-Westfalen auf Rang zwei im Ländervergleich. Zum Auftakt der Stuttgarter Touristikmesse CMT (Caravan, Motor, Touristik) bezifferte Martin Lohmann von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen die Gesamtausgaben auf 6,5 Milliarden Euro im Jahr.

Badener und Württemberger würden häufiger ins Ausland reisen als die Deutschen im Durchschnitt, machen aber zugleich öfter Urlaub im eigenen Land. Lohmann geht davon aus, dass die Reisebranche trotz Wirtschafts- und Finanzkrise in diesem Jahr mit stabilen Umsätzen rechnen kann. „Die Deutschen planen für 2009 insgesamt etwa gleich viel Urlaubsreisen und Ausgaben in der gleichen Höhe wie 2008“, fasste er eine Umfrage zusammen.

22 Prozent der Deutschen wollen aus heutiger Sicht öfter verreisen, 21 Prozent seltener. Ähnlich ausgewogen sei das Verhältnis bei den Ausgaben. Wenn gespart werden müsse, würde am ehesten auf eine Kurzreise verzichtet. 40 Prozent der Befragten nannten diese Einsparvariante. Zugenommen habe allerdings der Anteil der „unsicheren Kunden“, die ihre Reisemöglichkeiten noch nicht recht einschätzen könnten. Erst am Ende des ersten Quartals lasse sich deshalb der Trend zuverlässig einschätzen.

Sonderangebote

Die Reisebranche reagiert auf die abwartende Haltung der Kunden mit Sonderangeboten. Insgesamt rechnet Lohmann aber mit steigenden Preisen. Die Fluglinien und viele Veranstalter würden ihre Kapazitäten abschmelzen. Der Experte geht davon aus, dass der Anteil der Kurzentschlossenen wächst und mehr Last-Minute-Angebote gebucht werden.

An der Rangfolge der Urlaubsziele hat sich nach Einschätzung von Lohmann wenig geändert. Mit einem Anteil von 30 Prozent bleibe Deutschland auf dem ersten Platz. 13 Prozent urlauben in Spanien, sieben Prozent in Italien, jeweils sechs Prozent in der Türkei und in Österreich. Die gleiche Quote erreichen alle Fernreiseziele von Australien bis USA zusammen. Überdurchschnittlich wächst das Interesse an den skandinavischen Ländern, an Bulgarien und Polen. Insgesamt würden die Urlauber immer flexibler: „Langfristig wächst das Interesse an allen Zielen.“

Warteliste

Von Krise spürt auch die Stuttgarter Messe als CMT-Veranstalter nichts. Obwohl sich die Ausstellungsfläche auf dem neuen Gelände neben dem Flughafen gegenüber dem alten innerstädtischen Areal verdoppelt hat, gibt es bereits wieder eine Warteliste für die Aussteller. Die Hälfte der Hallen belegt der Caravan-Teil. Die Hersteller zeigen nach Angaben von Messe-Geschäftsführer Roland Bleinroth 50 neue Modelle, so viele wie noch nie. Dazu zählt zum Beispiel ein Luxusmobil mit 25 Tonnen Gewicht und 420 PS zum Preis von einer Million Euro.

Optimistisch

Die Zulassungszahlen stimmen die Branche optimistisch. 2008 wurden in Deutschland sogar etwas mehr Caravans und Reisemobile neu angemeldet. Schwieriger sei die Lage auf den wichtigen europäischen Exportmärkten. Trotzdem sagt Holger Siebert, der Vizepräsident des Caravan-Verbandes: „Wir sehen keine Krise.“


Kommentar hinzufügen