Ludwigsburger Mehrzweckhalle rückt näher

Fünf Konzepte eingereicht - Am 14. März Abstimmung im Gemeinderat über Baubeschluss

Von Michael Nachreiner
Email

Ludwigsburg Ein Stück näher ist die Stadt Ludwigsburg der neuen Multifunktionshalle gekommen. Jetzt ist die Bewerbungsfrist für die europaweite Ausschreibung abgelaufen. Insgesamt seien fünf Konzepte eingegangen, bestätigt Dirk Schaible. Der Pressesprecher der Stadt Ludwigsburg schränkt aber gleich wieder ein: „Es ist noch kein offizieller Baubeschluss.“ Die Konzepte müssten intern auf die finanziellen Rahmenbedingungen, Wirtschaftlichkeit sowie architektonische und städtebauliche Qualität geprüft werden. „In dieser Woche finden die Vorberatungen in den entsprechenden Gremien statt“, erklärt die zuständige Projektleiterin Beatrice Soltys. Am 14. März sollen die Konzepte dem Gemeinderat vorgelegt werden.

Standort Sollte das städtische Gremium zustimmen, wird auf dem ehemaligen Nestlé-Areal gebaut. „Es ist der einzige reelle Bauplatz in Ludwigsburg“, sagt Schaible. Der Standort hat viele Vorteile: Er grenzt direkt an die Innenstadt, liegt wenige Minuten Gehzeit vom Bahnhof entfernt und ist auch mit dem Auto gut zu erreichen.

Einen ersten Erfolg haben die Stadtplaner bereits verbuchen können. Die Stadt Ludwigsburg und die Bundesliga-Basketballer der EnBW Ludwigsburg haben eine Vereinbarung unterzeichnet. Wird die Halle gebaut, dann werden die Basketballer mindestens zehn Jahre darin spielen. „Damit haben wir ein langjähriges Bekenntnis für den Standort Ludwigsburg abgelegt“, sagt Alexander Reil, der Vorsitzende der EnBW Ludwigsburg.

Abwerbungsversuche In der Vergangenheit hatte Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann um die Gunst der Ludwigsburger Spitzensportler gebuhlt, um in der Porsche-Arena einen regelmäßigen Spielbetrieb aufzubauen. Bei den Zweitliga-Handballern der HBR Ludwigsburg war sie erfolgreich. Nicht so bei den Basketballern, die diese Saison nur die beiden Spiele gegen die Walter Tigers Tübingen in der Stuttgarter Sportstätte austragen. Doch der Weg der Handballer zurück in die neue Ludwigsburger Halle ist offen. „Das muss die HBR entscheiden“, sagt Soltys. Die Stuttgarter Abwerbeversuche hatten in Ludwigsburg eine Konsequenz: Inzwischen unterstützen auch Skeptiker das 40-Millionen-Euro-Projekt. So hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Lang - ein Anhänger eines Bürgerentscheids über das Bauvorhaben - vor kurzem einen solchen Vorschlag Volker Heers (FDP) mit der Begründung abgelehnt, man müsse „die Früchte der eigenen Saat ernten“.

Historie Pläne für eine eigene Ludwigsburger Großhalle gibt es schon seit Anfang der 90er Jahre. Angefacht worden sind die Diskussionen nun wieder durch die Basketballer. Die dürfen nach den Richtlinien der Bundesliga nur noch bis 2009 in der Rundsporthalle auf Korbjagd gehen. Als vor rund einem Jahr Nestlé der Stadt ihr 15 000 Quadratmeter großes Grundstück übereignete, war ein idealer Standort für die Multifunktionshalle gefunden. Zum geplanten Komplex gehören auch ein Hotel mit 120 Betten und ein Sportinternat.


Kommentar hinzufügen