Karlsruher Gemeinderat will Stadion-Umbau

Karlsruhe - Im seit Jahren schwelenden Stadionstreit hält der Karlsruher Gemeinderat am Umbau des Wildparks fest, nährte aber zugleich die Hoffnungen des Bundesligisten Karlsruher SC auf eine neue Arena. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag mit großer Mehrheit dafür, das seit langem geplante Umbau-Projekt auf den Weg zu bringen

Von Nils B. Bohl
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Karlsruher SC will sein eigenes Stadion
Karlsruhe - Im seit Jahren schwelenden Stadionstreit hält der Karlsruher Gemeinderat am Umbau des Wildparks fest, nährte aber zugleich die Hoffnungen des Bundesligisten Karlsruher SC auf eine neue Arena. Die Abgeordneten stimmten am Dienstag mit großer Mehrheit dafür, das seit langem geplante Umbau-Projekt auf den Weg zu bringen. Sollte jedoch erneut keine Einigung mit dem KSC über den Umbau erzielt werden können, darf der Verein mit Hilfe von Investoren ein neues Stadion an einem anderen Standort errichten. In diesem Fall beteiligt sich die Stadt mit 50 Millionen Euro an den Kosten. Sollten beide Lösungen scheitern, übernimmt die Stadt nur die Kosten für die notwendige Sanierung des Wildparks.

Karlsruhes Bürgermeister Heinz Fenrich (CDU), der sich zuvor vehement für die Umbau-Lösung stark gemacht hatte, sah sich in seiner Position bestärkt. „Damit ist die Standort-Entscheidung für unsere Stadt gefallen“, sagte Fenrich. 40 Abgeordnete hatten zuvor für den Umbau gestimmt, acht votierten mit Nein. „Dass sich im Wildpark kein zukunftsträchtiges Stadion entwickeln lässt, ist ein Märchen“, sagte der SPD-Abgeordnete Heinrich Maul. Der Umbau würde die Stadt mindestens 60 Millionen Euro kosten. Ein „Runder Tisch“ mit Vertretern der Stadt, des KSC und der Wirtschaft soll das Projekt gemeinsam anschieben.

Neubau-Variante

Ob der Umbau jedoch jemals verwirklicht wird, bleibt höchst fraglich. „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass dies ein konkurrenzfähiges Stadion für den KSC sein wird“, meinte der CDU- Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther, der auch Vorsitzender des KSC-Wahlausschusses ist. Der Verein hatte schon seit langem seine ablehnende Haltung zu einem Verbleib als Mieter im Wildpark unter den von der Stadt geforderten Bedingungen deutlich gemacht. „Der KSC kann nicht mehr bezahlen. Wir sind von einer Miete von 1,7 Millionen ausgegangen. Ein Jahr später sind wir bei 3,7 Millionen“, sagte der Manager des Erstligisten, Rolf Dohmen. Zudem ließen sich für einen Umbau keine privaten Investoren finden.

Auch im Gemeinderat gab es klare Stimmen für die Neubau-Variante, der am Ende 28 der 48 Abgeordneten als Ersatzlösung zustimmten. „Die Chance war noch nie so groß, dass wir etwas Wirtschaftlicheres bekommen“, erklärte Eberhard Fischer (Karlsruher Liste) mit Blick auf einen vor allem durch deutlich bessere Vermarktsmöglichkeiten lukrativen Neubau.

 Der KSC intensivierte zuletzt seine Verhandlungen mit Investoren über eine neue Arena an der Autobahn A5. Die Hamburger Newport GmbH hat bereits Interesse an einem Neubau-Projekt bekundet. Die Kosten für eine neue Arena an den möglichen Standorten Untere Hub oder Gleisdreieck hatte das Frankfurter Architekturbüro Albert Speer & Partner in einem Gutachten auf 218 bis 286 Millionen Euro inklusive aller Nebenkosten beziffert. Die Industrie-und Handelskammer legte in einem eigenen Gutachten dar, dass dem KSC durch den Verzicht auf einen Neubau Millionen-Einnahmen entgehen könnten. (lsw)
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