Früherer Bahnhofsvorsteher kritisiert Stuttgart 21

Stuttgart - Ein Tiefbahnhof kann nach Ansicht des langjährigen Stuttgarter Bahnhofsvorstehers Egon Hopfenzitz gar nicht so leistungsfähig sein wie der bestehende Kopfbahnhof. „Das ist Humbug und Unsinn“, sagte er gestern in Stuttgart.

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Stuttgart - Ein Tiefbahnhof kann nach Ansicht des langjährigen Stuttgarter Bahnhofsvorstehers Egon Hopfenzitz gar nicht so leistungsfähig sein wie der bestehende Kopfbahnhof. Die im Rahmen des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 geplante unterirdische Durchgangsstation sei nicht sinnvoll, sagte Hopfenzitz gestern in Stuttgart. „Das ist Humbug und Unsinn“, sagte er zur Behauptung der Projektbefürworter, der Tiefbahnhof sei leistungsfähiger als der Kopfbahnhof.

Ärger über Kostensteigerungen

Hopfenzitz war von 1981 bis 1994 Leiter des Bahnhofs in der Landeshauptstadt. Er zählt nach eigenen Angaben seit Beginn der Planungen zu den Gegnern des Milliardenvorhabens. Was ihn besonders ärgere, sei die Kostensteigerungen im Laufe der Jahre. „Als die Kosten immer weiter gestiegen sind, wurde der Kopfbahnhof madiggemacht“, sagte Hopfenzitz.

Aktuell geht die Deutsche Bahn davon aus, dass der Umbau des Hauptbahnhofs 4,1 Milliarden Euro kostet. Die Kritiker des Vorhabens hingegen gehen von finanziell unkalkulierbaren Risiken aus. Der CDU/FDP-Landesregierung warf der ehemalige Bahnhofsvorsteher vor, dass Projekt jetzt auf Biegen und Brechen durchsetzen zu wollen. „Das ist alles nicht mehr demokratisch“, sagte Hopfenzitz. Er hat 46 Jahre bei der Bahn gearbeitet.dpa

Aus der Region Heilbronn-Franken hat sich jetzt auch der ehemalige Stuttgarter Stadtplaner Hansjörg Bohm zu Wort gemeldet. Er könnte der heimliche Vater von Stuttgart 21 sein.


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