Einbrüche durch Hundeklappe und Fenster

Karlsruhe - Sogar durch eine Hundeklappe soll ein als „Fensterbohrer“ bekanntgewordener Mann in ein Haus eingestiegen sein, um seine Serie von Einbrüchen in Nordbaden und der Pfalz fortzusetzen. Der 30-Jährige, der diese Tat sowie weitere rund 120 Einbrüche und versuchte Diebstähle gestanden hat, muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten.

Email
Karlsruhe - Sogar durch eine Hundeklappe soll ein als „Fensterbohrer“ bekanntgewordener Mann in ein Haus eingestiegen sein, um seine Serie von Einbrüchen in Nordbaden und der Pfalz fortzusetzen. Der 30-Jährige, der diese Tat sowie weitere rund 120 Einbrüche und versuchte Diebstähle gestanden hat, muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Karlsruhe verantworten.

Er soll sein Unwesen vor allem zwischen März und Juni dieses Jahres in Karlsruhe und Baden-Baden, Calw, rund um Pforzheim und im pfälzischen Landau getrieben haben. Dort brach er in Wohnungen und Häuser ein, er knackte aber auch die Schlösser eines Vereinsheims, eines Geschäftes und einer Kneipe. Die Staatsanwaltschaft schätzt die Beute auf mehr als 85 000 Euro und den Sachschaden auf weitere knapp 50.000 Euro.

Fensterbohrer

Der 30-Jährige wurde als „Fensterbohrer“ bekannt, weil er oft mit einem Akku- oder Handbohrer die Rahmen von Fenstern oder Terrassentüren aufbohrte und danach mit einem Draht die Griffe öffnete. In anderen Fällen warf er die Scheibe mit einem Stein ein, hebelte die Türen und Fenster mit einem Stemmeisen auf oder kroch unter den angehobenen Rolladen hindurch. Etwa jeder zweite Beutezug war laut Anklageschrift von Erfolg gekrönt - wenngleich der Mann in den meisten Fällen nur wenige hundert Euro einstecken konnte.

Überführt wurde er unter anderem durch das Foto eines Wohnungsinhabers, das dieser bei einem Einbruch von dem Täter machte. Anfang Juni ging der mutmaßliche „Fensterbohrer“ der Polizei in Karlsruhe ins Netz.

Der Mann hielt sich illegal in Deutschland auf und war mit falschen Papieren unterwegs. „Ich habe keinen Beruf“, sagte er zum Prozessauftakt. Im Laufe der auf acht Gerichtstage angesetzten Verhandlung will sich der nur albanisch sprechende Mann noch zu den Vorwürfen äußern. Die Beweise gegen ihn sind nach Darstellung der Staatsanwaltschaft erdrückend: Im Wagen des Mannes und in seinem Unterschlupf in Karlsruhe wurde Diebesgut gefunden ebenso wie seine Kleidung und das Werkzeug, das er zum Bohren, Aushebeln und Aufschlagen nutzte.

Der Prozess wird am 7. Januar vor dem Landgericht fortgesetzt. lsw


Kommentar hinzufügen