Staatsgalerie widmet ihrem Beuys-Raum eigene Ausstellung

Stuttgart (dpa)  Kunst, Leben und Wirken von Joseph Beuys spielen derzeit in etlichen Ausstellungen eine Rolle. Eine große Schau in seiner Heimatstadt Düsseldorf setzt sich mit dem Künstler auseinander, in Wien wird er als Vorkämpfer für umweltbewusstes und soziales Handeln präsentiert. Auch die Stuttgarter Staatsgalerie widmet sich ihm im Beuys-Jubiläumsjahr. Berühmt geworden für den Einsatz von Filz und Fett, wäre er am 12. Mai dieses Jahres 100 Jahre alt geworden.

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Unter dem Titel «Joseph Beuys. Der Raumkurator» stellt die Staatsgalerie die Geschichte des dortigen Beuys-Raums mit Fotografien, Filmen und Objekten in den Mittelpunkt. Er wurde 1984 vom Künstler eingerichtet und ist bis heute unverändert geblieben.

Den Raum hatte Beuys kurz vor der Eröffnung des sogenannten Stirling-Baus 1984 mit sechs formal ganz unterschiedlichen, auch zeitlich teils weit auseinanderliegenden Arbeiten eingerichtet. Zu sehen sind dort eine Vitrine mit Objekten aus den Jahren 1949-1972, zwei kleine Plastiken - «Kreuzigung» (1962-63) und «Friedenshase» (1982) - und die beiden großen Installationen «Plastischer Fuß Elastischer Fuß» (1969-86) und «dernier espace avec introspecteur» (1964-1982). Außerdem integrierte Beuys noch eine Arbeit des Künstlers Andy Warhol (1928-1987) als einziges Werk von fremder Hand.

«Durch die unkonventionelle Präsentation der Arbeiten, die sehr spannende inhaltliche und formale Bezüge aufweist, ist eigentlich ein neues Kunstwerk entstanden», sagte Ina Conzen, die Kuratorin der Ausstellung. Sie hält Beuys nach wie vor für aktuell: «Beuys starb vor über 30 Jahren, aber als vehementer Verfechter von ökologischen, basisdemokratischen und spirituellen Belangen ist er von geradezu verblüffender Aktualität», sagte Conzen.

© dpa-infocom, dpa:210326-99-981240/2


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