Schwörtagstraditionen und Streuobstanbau nun Kulturerbe

Stuttgart (dpa/lsw)  Die Schwörtagstraditionen in ehemaligen Reichsstädten und der Streuobstanbau sind von der Kulturministerkonferenz in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Das teilte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) am Dienstag in Stuttgart mit.

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Petra Olschowski (Grüne), Kulturstaatssekretärin in Baden-Württemberg, spricht.

Mit mehr als 100 000 Hektar Streuobstwiesen verfüge Baden-Württemberg europaweit über die bedeutendsten Streuobstbestände. «Mit rund 5000 Tier- und Pflanzenarten zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa und sind wertvolles Gen-Reservoir für rund 3000 Obstsorten.» Zur Vielfalt des kulturellen Lebens in Deutschland tragen laut Olschowski auch die Schwörtage bei. «Sie sind nicht nur kulturelles Gedächtnis der Städte, sondern bis heute ein sichtbares Zeichen bürgerschaftlichen Gemeinsinns und zivilgesellschaftlichen Engagements», erklärte Olschowski.

Der Streuobstanbau ist eine länderübergreifende Kulturform, deren Wert vor allem im Wissen und Weitergeben und in traditionellen Anbau- und Bewirtschaftungstechniken liegt. Die Schwörtagstraditionen gehen auf eine bis ins Mittelalter zurückreichende Verfassungstradition zurück, die für die genannten reichsunabhängigen Stadtstaaten jahrhundertelang typisch war und nach 1945 als Ausdruck demokratischen urbanen Geistes wieder zum Leben erwachte.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-935300/2


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