Ulrike Janssen und Marc Matter erhalten Sczuka-Preis

Donaueschingen (dpa)  Für ihr Hörstück bei Deutschlandfunk Kultur erhalten zwei Autoren den diesjährigen Karl-Sczuka-Preis. Ulrike Janssen und Marc Matter schufen im Radio ein Kunstwerk, sagt die Jury. Gleichzeitig ziehen die Donaueschinger Musiktage ihre diesjährige Bilanz.

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Ulrike Janssen
Die Autorin Ulrike Janssen.

Die Regisseurin Ulrike Janssen (52) und der Klangkünstler Marc Matter (45) sind mit dem diesjährigen Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst ausgezeichnet worden. Der mit 12 500 Euro dotierte Preis wurde am Sonntag in Donaueschingen verliehen. Janssen und Matter erhielten ihn für ihr Hörstück «Meerschallschwamm und Schweigefang», wie die Organisatoren zur Preisverleihung am Sonntag mitteilten. Der Sczuka-Preis wird jährlich vom Südwestrundfunk (SWR) vergeben und gilt als einer der wichtigsten Auszeichnungen für akustische Kunst.

Das Hörstück des Autoren-Duos Janssen und Matter zeichne sich durch subtilen Humor und große Fantasie aus, urteilte die Jury. Es spiele gekonnt mit Sprache und Geräuschen. Das Stück war im vergangenen November erstmals gesendet worden und im Radioprogramm Deutschlandfunk Kultur zu hören. Den mit 5000 Euro verbundenen Förderpreis erhielten zwei Hörstückautoren aus Tschechien. Benannt ist der Preis nach Karl Sczuka (1900-1954). Er war Hauskomponist des damaligen Südwestfunks (SWF) in Baden-Baden.

Die Preise werden jährlich vergeben im Rahmen der Donaueschinger Musiktage. Diese wurden in diesem Jahr 98 Jahre alt. Sie sind laut Veranstalter das weltweit älteste und bedeutendste Festival für Neue Musik. Das Programm begann am Donnerstag und dauerte bis Sonntag.

Es kamen an vier Tagen, wie in den Vorjahren, rund 10 000 Besucher, sagte der künstlerische Leiter des Festivals, Björn Gottstein. Auf dem Programm standen 20 Uraufführungen und 6 Klanginstallationen, darunter ein Trompetenkonzert im Wasser eines Schwimmbades und der Aufbau von Parabolspiegeln mit elektronischen Klängen.

Im Mittelpunkt des vom SWR veranstalteten Festivals stehen experimentelle Musik, neue Präsentationsformen und technische Versuche. Im kommenden Jahr sind nach Angaben der Organisatoren neue Orchesterwerke und andere neu geschaffene Kompositionen geplant.


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