Für Musical „Rebecca“ fällt vorzeitig der letzte Vorhang

Stuttgart - Das Musical „Rebecca“ lockt nicht so viele Fans an, wie sich das Stage Entertainment zur Premiere am 8. Dezember 2011 erhoffte. Der Veranstalter zieht deshalb die Notbremse und schließt mit dem Abba-Musical „Mamma mia“ die Lücke im Spielplan.

Von unserem Redakteur Marcel Auermann
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Stuttgart - Es genügte in den vergangenen Wochen ein Blick in den Zuschauerraum des Stuttgarter Palladium-Theaters: Von den 1800 Sitzplätzen blieb da der ein oder andere mehr frei, als man sich das wünschte.

Das Musical „Rebecca“ lockt langfristig nicht so viele Fans an, wie sich das Stage Entertainment zur Premiere am 8. Dezember 2011 erhoffte, als der Veranstalter noch von gut laufenden Ticketverkäufen redete. „Rebecca“ fehle die Anziehungskraft für eine Spielzeit bis Herbst 2013, gesteht sich Geschäftsführer Johannes Mock-O’Hara ein und zieht die Notbremse. Am 6. Januar 2013 fällt vorzeitig der letzte Vorhang für die Produktion.

Obwohl das Stück, das auf dem 1938 erschienenen gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier basiert, mit einer spannenden und plausiblen Handlung sowie Spezialeffekten aufwartet, überzeugt es nicht.

Abba-Musical schließt Lücke

Damit ereilt „Rebecca“ ein ähnliches Schicksal wie am 31. Dezember 2004 das Musical „42nd Street“. Für das schmissige Stepptanzspektakel kam nach einem Jahr und 455 Vorstellungen das rasche Aus. Da bei Stage Entertainment nun ein Loch im Spielplan für das kommende Jahr klafft, schließt das sommerlich-leichte, freche und frische Abba-Musical „Mamma mia“ die Lücke. Am 14. Februar 2013 feiert das Stück mit 22 Liedern der schwedischen Gruppe seine zweite Premiere in Stuttgart.

Bereits vom 18. Juli 2004 bis zum 9. September 2007 faszinierte die Geschichte, in der es um Liebe, Freundschaft, Familie und die Bedeutung der Vergangenheit für das Glück der Zukunft geht, die Schwaben.

„Mamma mia“ gehört mit 1306 Vorstellungen zu den beliebtesten Musicals in der Landeshauptstadt. Viele Fans vermuteten bereits 2009 eine Rückkehr von „Money, Money, Money“ und „Dancing Queen“, als Stage Entertainment anlässlich des 15. Geburtstags des Standorts das Publikum eine seiner Lieblingsproduktionen per Internetwahl zurückholen ließ. Damals gewann „Tanz der Vampire“, was seither durch Deutschland zog. Ob es mit „Mamma mia“ gleich läuft, wollte Sprecher Jürgen Langerfeld nicht bejahen.

Zwei Premieren

Nach (voraussichtlich) sechs Monaten ist zumindest in Stuttgart wieder Schluss. Zum Herbst 2013 kündigt Stage Entertainment nicht nur eine, sondern gleich zwei Premieren an. Denn – das ist neu – auch „Sister Act“, für das sich am 9. Dezember dieses Jahres im Apollo-Theater überhaupt erst der Vorhang hebt, soll schon nach einem knappen Jahr durch ein neues Musical ersetzt werden. Welche Stücke folgen? Da hüllt sich das Unternehmen wie immer in Schweigen.


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