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VfB will die Chance auf den Klassenerhalt ergreifen

Wenn die Stuttgarter Köln schlagen und fremde Hilfe bekommen, ist der Klassenerhalt an diesem Samstag drin. Der Start ins Spiel wird wichtig sein, prognostiziert Trainer Pellegrino Matarazzo.

Andreas Öhlschläger
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Lesezeit 2 Min
VfB will die Chance auf den Klassenerhalt ergreifen
Zusammenhalten, gemeinsam mit einem Heimsieg gegen Köln auftrumpfen − ein Happy End werden die VfB-Profis vor dem Spiel im Kreis beschwören. Foto: dpa  Foto: Sven Hoppe

Es ist eigentlich nicht die Zeit für kriegerisches Vokabular. In der Ukraine reißen jeden Tag Granaten und Raketensprengköpfe Menschen in den Tod. Aber Pellegrino Matarazzo lächelt derart sympathisch, dass man ihm die Sache mit der Bombe durchgehen lassen sollte.

Der Trainer des VfB Stuttgart setzt vor dem letzten Bundesliga-Punktspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Köln auch auf den "Riesenvorteil, zu Hause zu spielen". Ein VfB-Sieg muss her, um die Chance zu haben, Hertha BSC noch von Platz 15 zu verdrängen. Das wäre dann der sichere Klassenerhalt.

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Eine Stimmungseruption soll her

60.000 Fans werden die Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena füllen. Matarazzo sagt: "Das ist wie eine Bombe, die man einfach zünden muss - und dann explodiert es." Eine Stimmungseruption soll die VfB-Profis zum Happy End tragen. "Alle Jungs spüren auch die Möglichkeit, die wir haben, mit den Fans im Rücken", berichtet der Trainer.

Drei Punkte Rückstand sind es auf die Hertha. Aber der VfB hat die deutlich bessere Tordifferenz. Die Stuttgarter brauchen auch fremde Hilfe. "Wir wollen unsere Aufgabe erledigen", sagt Pellegrino Matarazzo. Und dann "hoffen, dass es klappt in Dortmund, dass Hertha keine Punkte holt".

Die eigene Pflichtaufgabe ist keine leichte. Der 1. FC Köln hat eine richtig starke Saison gespielt. Und dann gibt es bei den Rheinländern ja noch das "Kopfballmonster" Anthony Modeste, vor dem nicht nur Matarazzo viel Respekt hat. Im Hinrundenduell hat Modeste in der 89. Minute per Kopf dafür gesorgt, dass der VfB mit einer 0:1-Niederlage nach Hause reisen musste. In der Zweitrundenpartie des DFB-Pokals war es ein Modeste-Doppelpack in der 72. und 77. Minute, der für die Stuttgarter 0:2-Heimniederlage sorgte. Allerdings waren es da zwei Schüsse mit rechts des Kölner Kopfballexperten.

VfB-Trainer Matarazzo spricht von einer "unfassbaren Qualität", die der Stürmer habe. Umso wichtiger erscheint es ihm, "die Flanken zu blocken", die Modeste gefährlich ins Spiel bringen könnten. "Da brauchen wir auch Druck auf den Ballführenden."

Wie kommt der VfB ins Spiel?

Es wäre schließlich fatal, sollte die Fan-Bombe in Stuttgart gar nicht zünden können, weil das VfB-Pulver schon ganz früh nass geworden ist. "Wie wir reinkommen in das Spiel, wird entscheidend sein", glaubt Matarazzo. "Der Start ist sehr wichtig." Es geht darum, dass "der Glaube auch wächst". Der Glaube daran, die beiden Relegationsduelle des Bundesliga-Drittletzten gegen den Tabellendritten der 2. Liga tatsächlich noch umgehen zu können.

Der Trainer hat sich ein paar gute Ideen zurechtgelegt für den erhofften Sieg gegen den 1. FC Köln. Aber darüber reden will er im Detail nicht. "Ich habe sicherlich meinen Plan im Kopf." Doch Matarazzo bittet um Entschuldigung für sein Schweigen. Dem Gegner soll nichts Entscheidendes vorab verraten werden. "We will see", sagt der US-Amerikaner mit italienischen Wurzeln. Dann lächelt er. Einfach mal abwarten.

Marmoush oder Mangala: Wer beginnt?

Offen bleibt zum Beispiel, ob der Coach die Aufstellungsvariante seiner Startelf beim FC Bayern präferiert oder die Veränderung zur zweiten Halbzeit, ob Omar Marmoush auf dem Flügel für offensive Dynamik sorgen soll oder Orel Mangala im Mittelfeld für Ballkontrolle. Pellegrino Matarazzo möchte es dem Kölner Kollegen Steffen Baumgart nicht zu leicht machen, den VfB zu decodieren.

Alle in der Bundesliga-Branche wissen, dass ein Stuttgarter Trumpf die Flanken des linken Außenspielers Borna Sosa auf den Mittelstürmer-Riesen Sasa Kalajdzic sein können, so wie beim Tor zum 2:2 in München. Man habe in dieser Partie aber auch "gesehen, dass wir in der Lage sind, hochwertige Torchancen zu kreieren ohne dieses Duo", betont Matarazzo. "Es ist nicht nur, dass wir sagen: Okay, bring den Ball zu Borna. Und dann Flanke auf Sasa." Den VfB-Fans dürfte es letztlich egal sein, wer die Tore schießt. Hauptsache, es gibt genügend für einen Sieg.

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