TSG Hoffenheim: "Oliver Baumann ist für uns ein Garant"

Fußball  Die neugewonnene Stabilität von drei Spielen ohne Gegentor soll die TSG Hoffenheim auch am Samstag zu den Bayern begleiten. Neun aus 49: Torhüter Oliver Baumann hat eine bemerkenswerte Quote bei Elfmeter-Duellen.

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Neun aus 49: Oliver Baumann ist in der Bundesliga bei 18 Prozent seiner Elfmeter-Duelle Sieger gewesen − zuletzt hier am Sonntagabend gegen den 1. FC Köln und Anthony Modeste.

Foto: dpa

Seine Mitspieler stürmten auf Oliver Baumann zu, als ob er in der Nachspielzeit den Sieg gesichert hätte. Dabei war es lediglich ein gehaltener Strafstoß beim Stand von 3:0 gegen den 1. FC Köln, der für ziemlich viel kollegiale Ekstase sorgte. "Das war einfach wichtig", sagte Hoffenheims Trainer Sebastian Hoeneß über seinen Torwart, der sich und der TSG Hoffenheim das dritte Spiel ohne Gegentor binnen acht Tagen bescherte. "Einfach ein gutes Gefühl", sagte Sebastian Hoeneß. Zwei Elfmeter hat Baumann in diesen drei Partien pariert, zuletzt scheiterten die Herren Piatek und Modeste am 30-Jährigen.

Seit vergangenem Februar waren es in Liga, DFB-Pokal und Europapokal gar deren acht Glanzparaden. "Elfmeterkiller" schrie Stadionsprecher Mike Diehl durch die leere Sinsheimer Arena. "Dafür ist meine Quote noch zu schlecht. Lange habe ich ja keine gehalten", entgegnet Baumann, der nun auf eine Bilanz von neun aus 49 in der Liga kommt. Bei 18 Prozent aller Elfmeter hieß der Sieger Oliver Baumann.

 

Ist der Schlüssel intensives Videostudium? Eher nicht

Woran liegt die neue Stärke im Duell Mann gegen Mann? Intensives Videostudium? Er bereite sich schon auf jeden Schützen vor, beschäftige sich aber auch mit anderen Dingen, verriet der gebürtige Südbadener nach dem 3:0 gegen Köln. "Es klappt halt gerade gut, zur Zeit läuft es mir gut rein", sagte Baumann. Die Kehrseite: Hoffenheim verursacht viele Elfer, so wie durch Stefan Posch am Sonntag rund zehn Minuten vor Schluss. Natürlich sind die Duelle mit elf Metern Distanz zwischen beiden Kontrahenten auch Kopfsache. "Lange warten, schnell springen", umreißt Baumann sein Rezept: "Schaut er hoch, schaut er nicht hoch? Ich hab ihm ins Gesicht geschaut." Im Fall von Ex-Team-Kollege Anthony Modeste äußerst wirkungsvoll.

Das Fachmagazin "Kicker" sieht Baumann aktuell nur auf Rang elf im aktuellen Bundesliga-Ranking. Der 30-Jährige kommt in der öffentlichen Wahrnehmung eher zu schlecht weg. Daran haben auch die zwei Einladungen als Ersatzkeeper zur deutschen Nationalmannschaft nur wenig geändert. Im November musste er nach dem Corona-Ausbruch im Kraichgau vorzeitig abreisen.

Sebastian Hoeneß: "Oliver ist für uns ein Garant"

"Oliver ist sehr konstant unterwegs, extrem professionell, arbeitet sehr hart an sich. Er ist für uns ein absoluter Garant", lobt Trainer Sebastian Hoeneß seine Nummer eins. Die neugewonnene Defensivstabilität lässt sich nicht nur mit mehr Zeit für Training erklären. "Wir haben unsere Baustellen der Hinrunde besser im Griff", sagt Baumann. Es ist aber auch nun endlich jenes Spielglück dabei, "das wir zuvor oft nicht hatten", wie Sebastian Hoeneß betonte: "Wir sind effektiver vorm Tor, verteidigen besser und haben das Quäntchen Glück." Spielerisch gibt es immer noch viel Luft nach oben, das wissen auch die Hoffenheimer Profis. "Wir spielen momentan nicht den besten Fußball", sagt Andrej Kramaric.

Am Samstag geht es nach München zu den Bayern, die im Hinspiel in Sinsheim ein 1:4 kassierten. Ob es ein viertes Spiel in Serie ohne Gegentor geben kann? Ob auch Robert Lewandowski aus elf Metern an Oliver Baumann scheitert? "Wenig Gegentore, wenig zulassen, das ist die Basis, um Spiele zu gewinnen", weiß Sebastian Hoeneß. Klar ist aber auch: "Wenn wir nicht 200 Prozent da sind, wird es schwierig", sagt Andrej Kramaric.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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