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Frankfurt/Main (dpa)
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Alexander Herr kündigt Comeback an

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Sein Abgang war spektakulär, die Rückkehr soll etwas geräuschloser über die Bühne gehen: Rund zwei Jahre nach seinem Karriereende hat der einstige Rebell Alexander Herr sein Comeback als Skispringer angekündigt.

Alexander Herr hat sein Comeback als Skispringer angekündigt.
Alexander Herr hat sein Comeback als Skispringer angekündigt.

«Ich habe die Vergangenheit aktiv aufgearbeitet und aus meinen Fehlern gelernt», sagte der 30- Jährige. Beim Deutschen Skiverband (DSV) sieht man die Pläne des Schwarzwälders durchaus positiv. «Die Tür für ihn ist grundsätzlich auf, allerdings unter der Voraussetzung, dass er sportlich eine deutliche und klare Verstärkung für das Team ist», sagte ein DSV-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Daran hegt Herr keine Zweifel. «Ich habe die ganze Zeit weiter trainiert und habe seit Mai schon wieder zahlreiche Sommersprünge absolviert. Deshalb bin ich auf den Wiedereinstieg gut vorbereitet», sagte der Team-Weltmeister von 2001. Herr galt einst als eines der größten Talente in Deutschland, stand sich mit seiner unbequemen Art aber oft selbst im Weg.

Zum Eklat war es vor drei Jahren bei den Olympischen Winterspielen in Turin gekommen. Vor der Nominierung für die Großschanze musste sich Herr in der Ausscheidung mit Martin Schmitt messen. Dabei lag der frühere Junioren-Weltmeister zwar insgesamt vor seinem damals schwächelnden Konkurrenten, allerdings wurde ihm vorgeworfen, einen nicht regelkonformen Skianzug genutzt zu haben. In der zweiten Ausscheidung sprang dann Schmitt weiter, woraufhin der damalige Bundestrainer Peter Rohwein Herr nicht für den Wettkampf nominierte.

In einem spektakulären Fernsehinterview rechnete dieser danach mit dem Bundestrainer ab und bezeichnete die Entscheidung Rohweins als «Lachnummer». «Das sieht ein Blinder mit Krückstock, dass keine fairen Bedingungen herrschten», hatte Herr in Turin geschimpft. Der DSV stricht ihn daraufhin aus dem Olympia-Team, wenige Tage später erklärte der Springer selbst, nie mehr für Deutschland antreten zu wollen.

Nun entschuldigte sich der zwölffache Vierschanzentournee-Starter für seine damaligen Entgleisungen. «Ich weiß jetzt auch, dass nicht alles richtig war, was ich in der Vergangenheit gesagt und getan habe.» Nach einem gescheiterten Versuch, die schwedische Staatsbürgerschaft zu erlangen und für das skandinavische Land zu starten, hatte Herr 2007 seine Karriere beendet. Doch der Reiz am Fliegen ließ ihn ähnlich wie den finnischen Ausnahmespringer Janne Ahonen, der ebenfalls sein Comeback angekündigt hat, nicht los. «Ich habe wieder richtig Lust aufs Springen und möchte es noch einmal wissen», sagte Herr.

Zunächst gilt es für ihn nun, die sportliche Leitung des deutschen Skisprung-Teams um Bundestrainer Werner Schuster von seinen Qualitäten zu überzeugen. Denn nur wenn er tatsächlich die Rückkehr in die Weltspitze schafft, dürfte für ihn Platz in der Mannschaft sein. Doch Herr ist von seiner Leistung überzeugt. «Fernziel ist die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver», teilte er selbstbewusst mit.

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