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Unvergessliches Profidebüt des Sülzbachers Marco John mit Hoffenheim

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Das 18-jährige Talent, das beim SV Sülzbach begonnen hat und beim FC Union Heilbronn reif wurde für die TSG Hoffenheim, hat in Belgrad sein Profidebüt gegeben. Beim 0:0 sicherte sich Hoffenheim den Europa-League-Gruppensieg.

Augen zu und rein ins Kopfball-Duell: Der Hoffenheimer Profi-Debütant Marco John (links) und Belgrads Diego Falcinelli kämpfen um den Ball.
Foto: dpa
Augen zu und rein ins Kopfball-Duell: Der Hoffenheimer Profi-Debütant Marco John (links) und Belgrads Diego Falcinelli kämpfen um den Ball. Foto: dpa  Foto: Marko Drobnjakovic

Ein Erlebnis, ja, ganz sicher, ein bislang absolut einmaliges Erlebnis sogar. Marco John, der 18-Jährige, der aus Sülzbach stammt und in der Jugend auch beim FC Union Heilbronn gespielt hat, war beim Europa-League-Spiel der TSG Hoffenheim in Belgrad nicht nur dabei, sondern mittendrin.

Startelf. Linke Außenbahn. 93 Minuten. Bis zum Schlusspfiff. Es war Marco Johns Profidebüt. In der Bundesliga oder im DFB-Pokal hat er noch nicht gespielt. Aber jetzt im Europapokal. Da gibt es wahrlich schlechtere erste Einsätze.

TSG-Trainer Sebastian Hoeneß hatte sich zuletzt schon vorsichtig positiv über den Youngster geäußert. "Er macht seinen Kram." Das klang nicht gerade begeistert, aber Hoeneß ist auch nicht der Typ für verbalen Überschwang. Einsatzminuten stellte er dem Sülzbacher Talent jedenfalls in Aussicht.

Träume von einem großen Kaliber

Jetzt war es soweit. Im Spiel bei Roter Stern Belgrad. Am Schluss gab es zufriedene Mienen, auch wenn das kein gutes Spiel war. Die TSG Hoffenheim hat mit der torlosen Nullnummer den Gruppensieg perfekt gemacht und darf sich schon jetzt auf die Europa-League-Fortsetzung 2021 freuen - dann am liebsten gegen einen namhaften Gegner, ein großes Kaliber des europäischen Fußballs.

Das größte Spektakel in Belgrad lieferten die Fans von Roter Stern, die vor dem Anpfiff außerhalb des Stadions ein buntes und lautes Feuerwerk in den Himmel der serbischen Hauptstadt schossen. Auf dem Rasen versprühten beide Mannschaften keine Funken. Es war ein Spiel mit wenigen Höhepunkten.

Immerhin, die TSG Hoffenheim spielte souverän zu Null. Das ist auch was wert, gerade im Hinblick auf die unbefriedigende Situation in der Bundesliga, wo es zuletzt sieben Spiele in Folge ohne Sieg gab - auch weil immer Gegentore hingenommen werden mussten.

Sebastian Rudy: Wussten, dass ein Remis reicht

Weder die Hoffenheimer noch Roter Stern Belgrad mussten Vollgas geben, auch wenn Sebastian Hoeneß vor der Partie angekündigt hatte, dass man "mit Volldampf Richtung Gruppensieg" marschieren wolle. Seinem Team reichte nach den vier vorangegangenen Siegen in der Europa-League-Gruppe das 0:0, um Platz eins vor den Serben abzusichern. "Uns war natürlich bewusst, dass ein Unentschieden für den Gruppensieg reicht", sagte Sebastian Rudy in Belgrad. "Der Gegner hat es uns aber nicht einfach gemacht."

Roter Stern ist durch das Remis ebenfalls für die Zwischenrunde qualifiziert, die im Februar des nächsten Jahres beginnt.

Das Wichtigste ist für die TSG Hoffenheim nun aber, in der Bundesliga die Wende zu schaffen und nicht noch weiter Richtung Tabellenkeller abzurutschen.

Im Vergleich zum 1:1 in Mainz am vergangenen Sonntag brachte Trainer Hoeneß neun neue Spieler in der Startelf. Einer davon war Marco John, der ein ordentliches Debüt absolvierte.

Fallrückzieher von Dabbur

Ein paar gute Torchancen gab es. Munas Dabbur zeigte einen spektakulären Fallrückzieher (17. Minute), der aber deutlich über das Tor ging. Als Dabbur in der 37. Minute nochmal auffällig wurde, reagierte Torwart Milan Borjan hervorragend und entschärfte den wuchtigen Abschluss zur Ecke. Robert Skov (78.) prüfte dann mit links noch einmal den starken Borjan, der sich aber erneut auszeichnete.

Nullnull. Das reichte auch für den Gruppensieg. Sowas gab es in der Clubgeschichte noch nie. TSG-Torwart Oliver Baumann freute sich: "Das ist etwas Historisches."


Roter Stern Belgrad: Borjan - Gajic, Pankov, Milunovic, Degenek - Petrovic, Sanogo, Kanga (80. Nikolic) - Ben Nabouhane (80. Erakovic), Spiridonovic (46. Vukanovic) - Falcinelli (89. Boakye)

TSG Hoffenheim: Baumann - Bogarde, Vogt, Nordtveit - Skov (89. Sessegnon), Geiger (58. Grillitsch), Rudy (72. Adams Nuhu), John - Gacinovic (72. Baumgartner), Dabbur (46. Kramaric) - Klauss

Schiedsrichter: Bobby Madden (Schottland)

Gelbe Karten: Kanga (1), Milunovic (2) / Bogarde (3), Vogt (2)

Beste Spieler: Borjan / Bogarde

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