Sebastian Hoeneß neuer Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim

Fußball  Hoffenheim hat nach sieben Wochen wieder einen offiziellen Chefcoach: Sebastian Hoeneß vom FC Bayern München II übernimmt wie erwartet das Bundesliga-Team der TSG.

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Sebastian Hoeneß wird neuer Trainer bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Wie sich die warmen Worte doch ähneln. "Wir freuen uns sehr, dass wir mit Sebastian in die Zukunft gehen können", sagt Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen über den neuen Cheftrainer Sebastian Hoeneß. 14 Jahre zuvor schwang schon einmal viel Vorfreude mit, als Sebastian Hoeneß bei der TSG Hoffenheim loslegte.

"Sie sind jung und haben enormes Potenzial", sagte Trainer Ralf Rangnick im Juli 2006 über zwei Berliner, die vor rund 14 Jahren zusammen für 250 000 Euro von Hertha BSC II kamen. Der eine hieß Sejad Salihovic und wurde zu einem Bundesliga-Star und Fan-Liebling, der Nachname des anderen klang vielversprechend, nach großem Fußball: Hoeneß, Vorname Sebastian.

Einst gab es die Empfehlung von Vater Dieter

Damals benötigte Hoeneß junior noch die Empfehlung seines Vaters Dieter als Hertha-Manager, um beim damaligen Regionalligisten im Kraichgau anzuheuern. "Er war wie ich angetan vom Konzept in Hoffenheim", sagte Sebastian Hoeneß im Juli 2006 am Rande eines 21:0-Sieges der TSG beim SV Babstadt in der Zuschauerrolle.

 

In dieser blieb er in der einen Spielzeit 2006/07 im Kraichgau auch meist. Während Salihovic mit der TSG durchstartete und bald zum Bundesligastar wurde, kam Hoeneß gerade einmal auf drei Regionalliga-Einsätze und kehrte schnell nach Berlin zurück. "Ich war halt der bessere Kicker", sagt Sejad Salihovic und lacht in sein Handy. "Mir hat es damals sehr geholfen, dass wir gemeinsam zur TSG kamen", erinnert sich der 35-Jährige.

Großes Vertrauen in den Erstliga-Novizen

Jetzt kehrt Sebastian Hoeneß als Cheftrainer nach Hoffenheim zurück. Das Vertrauen in den Erstliga-Novizen ist groß, der neue Cheftrainer erhält in Hoffenheim einen Vertrag bis 2023. Karrieren im Fußball verlaufen mitunter kurios: Hoffenheim schaffte den Sprung von Liga drei in Liga eins einst quasi ohne ihn, nun gelingt dem 38-Jährigen als Trainer im Kraichgau der Schritt aus Liga drei in Liga eins. "Für die erste Bundesliga-Station als Trainer ist die TSG ein sehr guter Verein. Ich denke, man kann in Hoffenheim in Ruhe arbeiten, weil hier nicht so viel Druck herrscht", sagt Sejad Salihovic, der seit dieser Woche in der U17 der TSG bei Kai Herdling hospitiert: "Bislang macht das sehr viel Spaß."

Sebastian Hoeneß ist als Trainer schon weiter. Die U23 des FC Bayern machte er als Aufsteiger zum Drittliga-Meister, der nicht aufsteigen darf. Aber auch so wird man mitunter zum Aufsteiger. "Er hat eindrucksvoll bewiesen, junge Spieler zu einer leistungsstarken Einheit zu formen. Dabei hat er einen offensiven Ansatz gewählt, der nicht nur attraktiv, sondern auch erfolgreich war", begründet Alexander Rosen, warum die Wahl der TSG auf Hoeneß gefallen ist.

Die Philosophien passen zueinander

Papa Dieter Hoeneß ist sich sicher, dass der Filius die Herausforderung Bundesliga meistern wird. "Das ist eine wirklich große Herausforderung. Aber ich traue ihm das zu. Er kann was!", sagte Dieter Hoeneß der Deutschen Presse-Agentur. Wie das gelingen soll? "Die grundsätzliche Philosophie des Clubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball - offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv", wird Hoeneß der Jüngere in einer Mitteilung der TSG Hoffenheim zitiert.

Hoffenheim startet am 2. August mit der Vorbereitung auf die Saison 2020/21, neu ist dann auch sein Vertrauter David Krecidlo (36) als Co-Trainer, der das bisherige Team um Matthias Kaltenbach, Michael Rechner und Timo Gross ergänzt. Rund um den Trainingsauftakt soll der neue Cheftrainer dann auch öffentlich vorgestellt werden. Gestern weilte er nicht auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen. Ab dem 16. August geht es für die TSG Hoffenheim ins einwöchige Trainingslager an den Tegernsee. Dann könnte übrigens auch Onkel Uli mal vorbeischauen, denn der genießt von seinem Wohnhaus den eindrucksvollen Blick übern Tegernsee.


Florian Huber

Florian Huber

Autor

Florian Huber ist seit 2007 bei der Heilbronner Stimme. Als Sportredakteur ist er seitdem unter anderem zuständig für Fußball. Auf Sportplätzen der Region und in den großen Stadien der Republik.

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