Explosive Worte vor einem Kampfspiel des VfB

Fußball  Die Stuttgarter wie auch ihr Sonntags-Gastgeber Eintracht Frankfurt haben in der Bundesliga etwas gutzumachen. Positiv für VfB-Trainer Matarazzo: Endos Nebenmann Mangala ist wieder fit.

Email

So sieht es aus, wenn man etwas gutzumachen hat: Hamadi Al Ghaddioui (Mitte) beeilt sich nach seinem Anschlusstreffer für den VfB bei der 2:3-Niederlage gegen den SC Freiburg − nach 28 Minuten hatten die Stuttgarter 0:3 zurückgelegen.

Foto: dpa

Pellegrino Matarazzo ist kein emotionaler Dampfplauderer, wie es unter seinen Vorgängern beispielsweise Alexander Zorniger und Tim Walter waren. Der Trainer des VfB Stuttgart ist ein rationaler, zurückhaltender Typ. Deshalb hatte seine Wortwahl am Freitagmittag eine gewisse Explosionskraft. In der Online-Pressekonferenz vor dem Gastspiel der Stuttgarter am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) bei Eintracht Frankfurt sagte der 43-jährige US-Amerikaner: "Die haben auch ein bisschen Feuer unterm Arsch, ähnlich wie wir. Sie wollen wie wir etwas gutmachen." Und deshalb erwarte er ein energiegeladenes Spiel.

Die Bundesliga-Saison ist erst drei Spieltage alt und schon eine Achterbahnfahrt für die Stuttgarter: 5:1-Sieg gegen Fürth, 0:4-Klatsche in Leipzig, 2:3-Niederlage gegen Freiburg nach 0:3-Rückstand - die drei Punkte sind noch im Rahmen, die acht Gegentore sind es nicht. "Damit sind wir nicht zufrieden, auch nicht mit der Art und Weise, wie einige davon entstanden sind", sagte Matarazzo. In so einem Fall gebe es zwei Möglichkeiten: "Die Abläufe oder das Personal verändern - ich bin für beides offen."

Noch kein Pflichtspiel absolviert

Offensichtlich ist, dass Kapitän Wataru Endo als Defensivstratege vor der Abwehr noch besser ist, wenn nicht wie in den beiden vergangenen Spielen Philipp Klement, sondern Orel Mangala an seiner Seite assistiert. Der 23-jährige Belgier (Matarazzo: "Wir wissen alle, wie pressingresistent er ist") hat nach zähen muskulären Problemen diese Saison noch kein Pflichtspiel gemacht - ist nach der zweiwöchigen Pause jetzt aber bereit für einen Einsatz als Doppel-Sechs. "Ich habe die Vorstellung, dass er eine halbe Stunde spielen kann. Aber wir wollen kein Risiko eingehen." Mangala werde nicht in der Startelf stehen. Matarazzo hat Optionen.

An der Seite von Wataru Endo - der mit 28 Jahren drittälteste Spieler im 34-Mann-Kader war zuletzt wieder mit der japanischen Nationalmannschaft unterwegs (Matarazzo: "Das ist ein außergewöhnliches Pensum, am Donnerstag war er noch sehr müde") - wäre zunächst Atakan Karazor eine logische Variante. Der Cheftrainer hat aber auch Ömer Beyaz ins Spiel gebracht. Über den nun 18-Jährigen und somit spielberechtigten Mittelfeldmann sagte Matarazzo am Freitag: "Er ist eine kleine Kampfmaschine auf der Zehn, kann aber auch dazwischen hauen." Freunde des gepflegten und raffinierten Fußballs sollten sich keiner Illusion hingeben: Am Sonntagnachmittag ist ein Kampfspiel zu erwarten - ein energiegeladenes. "Wir wollen leisten. Leistung entscheidet", weiß Matarazzo, der vor allem ein Dagegenhalten seiner Mannschaft sehen will. Erst in zweiter Linie werde es auf eine konstruktive Spielweise ankommen.

Frankfurter Laufstärke

Der Vorjahresfünfte Frankfurt ist Tabellennachbar, hat noch kein Spiel gewonnen: Dem 2:5 in Dortmund folgten ein 0:0 gegen Augsburg und zuletzt das 1:1 in Bielefeld. "Erst fünf Gegentore, dann eines in zwei Spielen - das zeigt, wohin es geht", sagte Matarazzo über die Eintracht, die unter dem neuen Trainer Oliver Glasner extrem viel laufe, sehr kompakt stehe und mehr lange Bälle spiele. Dass die Frankfurter gerade Ärger mit dem ehemaligen Stuttgarter Filip Kostic und mit Amin Younes haben, spiele für den VfB "0,0 eine Rolle", so Pellegrino Matarazzo: "Aber Reibung erzeugt Energie - wenn die richtig kanalisiert wird, kann sie positiv sein." Die Frage ist, was daraus entsteht, wenn man dabei Feuer unter dem Allerwertesten hat.

Immerhin eines ist glasklar und so von Pellegrino Matarazzo kommuniziert. Diego Klimowicz, zuletzt zweifacher Torschütze beim 3:0-Sieg im Test gegen den 1. FC Nürnberg, werde spielen: "Wir wollen ab der ersten Minute Power reinbringen." Offensiv-Power hat der VfB Stuttgart, schoss in den ersten drei Spielen sieben Tore - trotz zahlreicher prominenter Ausfälle.


Lars Müller-Appenzeller

Lars Müller-Appenzeller

Stv. Leiter Sportredaktion

Fußball, Tennis, Ski alpin: Sport bewegt - Tag für Tag auch Lars Müller-Appenzeller. Der Mann vom Bodensee ist seit dem Sommermärchen 2006 für die Heilbronner Stimme sportlich unterwegs.

Kommentar hinzufügen
In diesem Artikel findet keine Diskussion statt. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen.