Ex-Bayern-Profi Sternkopf litt an Depressionen
Fußball-Profi Michael Sternkopf hat in seiner Zeit beim FC Bayern München gegen Depressionen gekämpft.

«Nach 13, 14 Monaten Bayern war das für mich auch eine Phase, wo ich absolut in ein Loch gefallen bin, auch eineinhalb Jahre Psychopharmaka genommen habe», sagte der heutige Marketingmanager des Drittligisten Kickers Offenbach Michael Sternkopf in der hr- Fernsehsendung «Heimspiel».
Die große Toleranz, die nach dem Selbstmord von Nationaltorhüter Robert Enke nun im Fußball gefordert wird, könne an der Realität schnell zerbrechen. Sternkopf: «Wenn ich heute einem Trainer sage: Trainer, ich hab' momentan eine Phase, ich habe Angst - der stellt einen nicht mehr auf, da ist man durch.»
Sternkopf war 1990 vom Karlsruher SC als vielversprechendes Angriffstalent für 3,5 Millionen Mark (knapp 1,7 Millionen Euro) gewechselt. Auf Dauer konnte er sich der heute 39-Jährige jedoch nicht durchsetzen. Nach Engagements bei Borussia Mönchengladbach, beim SC Freiburg und bei Arminia Bielefeld beendet er 2004 in Offenbach seine Karriere.
Der Suizid von Enke, mit dem Sternkopf in Mönchengladbach zusammen gespielt hat, oder der Ausstieg von Sebastian Deisler bei Bayern München sind Sternkopf besonders nahe gegangen. «Ich hab' dann nur gedacht, wie Sebastian Deisler das damals öffentlich gemacht hat: Mensch, was hat der Junge für ein Glück, dass er eventuell so ein Umfeld hinter sich hat, dass er mit so was raus geht.» Letztendlich habe man als Fußballer ohnehin Druck. Wenn man noch mit Depressionen zu kämpfen habe und das in sich reinfresse - «das ist unvorstellbar».
[Offenbacher Kickers]: Bieberer Straße 282, Offenbach
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