Hoffenheimer Hoffnung: Zum Schluss noch was Süßes?

Fußball  Die TSG Hoffenheim werkelt fleißig am neuen Kader und glaubt an einen positiven Saisonabschluss in Mainz. Ihlas Bebou stürmt künftig für den Kraichgauclub.

Von Florian Huber
Hoffenheimer Hoffnung: Zum Schluss noch was Süßes?

Den Ball fest im Blick − und Europa auch? Andrej Kramaric und Co. haben in jedem Auswärtsspiel der Saison getroffen. Diese Serie muss halten, damit es für Hoffenheim doch noch mit Rang sechs oder sieben klappt.

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Das letzte Hoffenheimer Heimspiel der Saison war reichlich bitter im Abgang. Nach dem 0:1 gegen Werder Bremen saß nicht nur bei Trainer Julian Nagelsmann der Frust tief. Vor seiner Abschiedsvorstellung beim FSV Mainz am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht immer noch die Hoffnung auf ein Happy End im Vordergrund: "Mein Abschied wird versüßt, wenn wir Europa noch erreichen", sagte Nagelsmann am Donnerstagmittag bei seiner finalen Pressekonferenz in Zuzenhausen. Jedes gute Menü endet mit etwas Süßem - oder halt dann doch: reichlich Käse.

Hilfe der anderen muss her

Das Dessert-Rezept für einen erfolgreichen Ausstand sieht so aus: Nur mit einem TSG-Sieg in Mainz und Patzern des VfL Wolfsburg (52 Punkte, daheim gegen den FC Augsburg) und Eintracht Frankfurt (54 Punkte, auswärts bei Bayern München) geht es tabellarisch noch voran für die Kraichgauer (51 Punkte). Runter von Rang acht, rauf auf Rang sechs (Gruppenphase der Europa League) oder sieben (2. Qualifikationsrunde Europa League). Bei einem Hoffenheimer Unentschieden in Mainz müsste Wolfsburg schon verlieren, Frankfurt und Rang sechs wären so unerreichbar.

Das Beste aus Hoffenheimer Sicht in den vergangenen Wochen? "Wir haben die Tür einen Spalt aufgemacht gekriegt", sagt Nagelsmann über das Frankfurter 0:2 gegen Mainz vom vergangenen Sonntag. Obwohl Hoffenheim an den vergangenen drei Spieltagen nur einen von neun möglichen Punkten gegen direkte Europa-Konkurrenz geholt hat, "sind wir glücklich, dass wir noch eine Chance haben". Julian Nagelsmann kam sich zuletzt vor wie im Hühnerstall, wenn der Fuchs überraschend vorbeischaut: "Wir haben ein paar Federn gelassen, vielleicht lassen andere sie jetzt und wir sammeln sie ein."

Auch wenn das Nagelsmann-Ziel Champions League nicht mehr erreichbar ist, ein Trostpreis wäre eine Europa-League-Teilnahme ganz und gar nicht. "Das hat schon noch Wertigkeit für einen Verein wie die TSG", sagt Nagelsmann. Schließlich hat es kein anderer seiner Vorgänger wie Ralf Rangnick, Holger Stanislawski, Markus Babbel oder Markus Gisdol in den vergangenen elf Bundesligajahren geschafft, den Verein nach Europa zu führen. Mit seiner letzten Woche als Hoffenheimer Trainer war Nagelsmann sehr zufrieden. "Wenn wir so auftreten wie im internen Elf gegen Elf, dann werden wir das Spiel gewinnen", glaubt er.

Was sonst noch Mut macht für den finalen Spieltag? Die TSG hat in jedem der bisherigen 16 Bundesliga-Auswärtsspielen mindestens ein Auswärtstor erzielt. Das muss nun auch her. Mindestens. Wahrscheinlich aber mehr als das. In Mainz waren die Hoffenheimer unter Nagelsmann immer für ein Spektakel gut. Mal wurde aus einem 1:4 ein 4:4, ein anderes Mal aus einem 0:2 noch ein 3:2. Für Mainz geht es am Samstag um weniger als für den Kraichgau-Club. "Wir haben Druck auf dem Kessel. Sie nicht." Genau deshalb "werde es keine leichte Aufgabe", wie Nagelsmann betont: "Die Mainzer sind unglaublich schnell, aggressiv und heimstark." Da trifft es sich gut, dass dieses Mal 3000 TSG-Fans mitreisen, um sich vom Trainer und der Mannschaft zu verabschieden.

Die neue Hoffenheimer Mannschaft trägt nach der Sommerpause Trikots von Joma, einem spanischen Ausrüster, der künftig die italienischen Leibchen von Lotto ersetzt. Internationales Chic ist also garantiert. Aber auch auf internationaler Bühne?

Drei Tage, drei Neuzugänge

Einige neue Spielernamen werden auf dem Rücken zu lesen sein, die vergangenen drei Tage wurden drei Profis verpflichtet. Den Auftakt machte Sargis Adamyan (Regensburg). Der griechische Nationalspielers Konstantinos Stafylidis (FC Augsburg) soll Nico Schulz auf der linken Seite ersetzen, dessen Wechsel nach Dortmund beschlossene Sache zu sein scheint. Der Nationalspieler ist nach seinen Knieproblemen wieder fit.

Auf einem Hoffenheimer Trikot steht künftig auch Bebou, Ihlas Bebou. Der 25-jährige Stürmer aus Togo dürfte rund zehn Millionen Euro kosten. Sein Transfer von Hannover 96 ist seit Donnerstag, 17 Uhr, perfekt. Die TSG bleibt sich damit in ihrem erfolgreichen Beuteschema treu: Erfolgreich eingekauft wird gerne bei Ligakonkurrenz aus unteren Gefilden.


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