Spahn: Mehr Polizei nicht immer die beste Lösung

Berlin (dpa)  Der frühere DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn hat nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon vor übereilten Schlüssen und reflexartigen Rufen nach mehr Polizei oder Militär gewarnt.

Helmut Spahn
Helmut Spahn ist der ehemalige Sicherheitsbeauftragte des DFB. Foto: Ingo Wagner

«Leider ist es so, dass nach Anschlägen wie jetzt in Boston oft weltweit nach verschärften Sicherheitsmaßnahmen gerufen und mehr Einschnitte in die Freiheitsrechte der Bürger gefordert werden», sagte der Experte der Tageszeitung «Die Welt».

Er betonte weiter: «Ich glaube, dass mehr Polizei, mehr Militär und mehr Restriktionen nicht immer die beste Lösung sind.» Spahn war für den Deutschen Fußball-Bund bei der WM 2006 in Deutschland für die Sicherheit verantwortlich.

Gerade nach einem Ereignis wie beim Boston-Marathon müsse «objektiv und ohne Vorbehalte untersucht werden, ob es eine Möglichkeit hätte geben können, den Vorfall zu verhindern», sagte er. Bei dem Bombenanschlag waren am Montag drei Menschen getötet und mehr als 170 verletzt worden. Bei einer offenen Veranstaltung ohne Türen oder Sicherheitsringe könne es «nie eine hundertprozentige Sicherheit geben», räumte Spahn ein. Er glaube aber nicht, dass der Sport vermehrt in das Blickfeld des Terrorismus gerückt sei. «Objektiv gesehen» passiere sehr wenig.