Druck auf Funkel und Fortuna wächst: Pleite in Leverkusen

Leverkusen (dpa)  Nach dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz wird es für den in die Kritik geratenen Trainer eng bei Fortuna Düsseldorf. Doch Friedhelm Funkel tritt die Flucht nach vorne an - und wertete die jüngste Niederlage in Leverkusen als Schritt in die richtige Richtung.

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Bayer Leverkusen - Fortuna Düsseldorf
Leverkusens Kai Havertz (l) im Zweikampf mit Düsseldorfs Marcel Sobottka.

Die Woche war aufreibend, der Job ist nicht mehr sicher, und die Mannschaft ist nun Letzter - doch Friedhelm Funkel versprühte am Sonntagabend puren Optimismus.

«Wenn wir so weiterspielen, werden wir Punkte holen und die eine oder andere Mannschaft überholen. Davon bin ich nach diesem Auftritt mehr denn je überzeugt», sagte der Trainer von Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf nach der 0:3 (0:1)-Niederlage bei Bayer Leverkusen trotzig und kämpferisch.

Das nächste Spiel gegen Eintracht Frankfurt könnte für Funkel zum Endspiel werden. Denn die Zahlen sind ernüchternd: Nur eines der letzten neun Spiele hat die Fortuna gewonnen, in fünf der letzten sechs Partien schoss sie kein Tor. Dennoch wertete Funkel die Niederlage in Leverkusen als Schritt nach vorne. Und als Zeichen der Mannschaft, nachdem unter der Woche Kritik aus Vereinskreisen an die Öffentlichkeit gelangt war.

«In der letzten Woche ist so viel Unsinn geschrieben worden. Da hat dieser verschworene Haufen natürlich eine Reaktion gezeigt», erklärte der 66-Jährige. Funkel versicherte: «Wir werden nicht nervös. Weder die Mannschaft noch ich. Da kann geschrieben werden was will.»

Weiter gibt sich Funkel sicher, dass die Kritik an ihm nicht aus Vorstandskreisen stammt, deshalb sei sie «unseriös». Dass der Vorstand ihm seitdem noch nicht demonstrativ den Rücken stärkte, stört den Routinier nach eigenen Worten nicht. «Was sollen sie auch sagen», fragte er. «Ich bin zu 100 Prozent zufrieden, wie sie sich geäußert haben. Weil ich weiß, wie sie denken.» Vorstandschef Thomas Röttgermann stand nach dem Spiel in den Katakomben und war in sein Handy vertieft. Interview-Anfragen lehnte er ab.

Auch die Bekenntnisse der Spieler fielen schmallippig aus. «Wir haben auch gegen Bremen schon gar nicht so schlecht gespielt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen», sagte Marcel Sobottka. «Zum Glück beschäftige ich mit so etwas nicht», erklärte Kevin Stöger. Und Kaan Ayhan erklärte: «Ich weiß nicht, was dran ist. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, das zu dementieren.» Der Abwehrchef bescheinigte dem Coach eine «überragende Kommunikation», zudem habe Funkel in der Winterpause die richtigen Schlüsse gezogen. «Wenn man uns in der Hinrunde gesehen hat, da waren wir passiv und haben mit sechs Mann auf einer Linie gestanden», sagte Ayhan. «Jetzt sind wir viel mutiger. Das ist der richtige Weg.»

Dessen scheint sich auch Funkel sicher. Doch sollte sein Team diesen Eindruck gegen Frankfurt nicht auch mit Punkten untermauern, dürfte es für den Trainer eng werden.


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