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München (dpa)
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Schützin Messner Meisterin mit Rekord

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Luftgewehr-Spezialistin Jacqueline Messner hat für die größte Überraschung am zweiten Tag der deutschen Meisterschaften der Sportschützen gesorgt.

Auf der Olympia-Schießanlage in Garching-Hochbrück gewann sie die hochklassige Konkurrenz mit 503,5 Ringen vor Weltrekordlerin Sonja Pfeilschifter (Ismaning/502,2) und Barbara Bleicher (Fürstenfeldbruck/499,8). Die anderen drei Titel des Tages gingen an Monika Martin (Kobbermoor) mit der Sportpistole, Henri Junghänel (Breuberg) im KK-Liegendmatch und Florian Schmidt (Frankfurt/Oder) mit der Freien Pistole.

Monika Martin dominierte die Konkurrenz mit der Sportpistole und hatte am Ende mit 787,5 Ringen überlegene 10,1 Zähler Vorsprung vor der Neubrandenburgerin Antje Noeske, die im Finale noch die Olympia-Dritte Munkhbayar Dorjsuren (München/777,0) auf den dritten Platz verwies.

Der erst 21-jährige Junghänel schaffte ansprechende 700,8 Ringe. «Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Ich habe einen guten Wettkampf gezeigt und freue mich natürlich über meinen ersten nationalen Titel im Erwachsenenbereich», sagte der Hesse.

Auch Peking-Olympiastarter Florian Schmidt gehört mit seinen 23 Jahren noch zum Nachwuchs. «Wer sich meine Finals ansieht, der weiß, dass dies immer eine spannende Angelegenheit ist. Daher bin ich froh, dass es heute so gut gelaufen ist», schätzte Schmidt ein, der sich zudem über den Mannschafts-Titel freute.

Jacqueline Messner, die keinem Kaderkreis des Deutschen Schützenbundes angehört, stellte mit der Maximalringzahl 400 im Vorkampf den deutschen Rekord ein und zeigte auch im Finale keine Schwächen. «Ich habe zuletzt im Training immer 598 oder 599 Ringe geschossen. Trotzdem hatte ich nicht mit der Optimalzahl von 400 Ringen gerechnet», sagte die 24 Jahre alte Schützin vom Bundesligisten KKS Königsbach aus dem Enzkreis. «Im Finale war es ein harter Kampf, aber es ist wunderschön vor so großer Kulisse im Finale zu stehen und auch noch zu gewinnen», ergänzte die Baden- Württembergerin.

Für ein anderes Achtungszeichen sorgte der als Dritter erstmals in ein Finale eingezogene Jan Banditt. Der Kieler ist inzwischen 70 Jahre alt und wurde Sechster im Liegendmatch mit dem KK-Gewehr. «Das Finale war eine tolle Erfahrung. So etwas gab es ja früher noch nicht. Es hat unheimlich Spaß gemacht, denn alle anderen könnten vom Alter her ja meine Enkel sein», sagte der «Oldie», der mit Sandalen statt Schießstiefeln am Stand lag. Er habe eigentlich immer «ganz gut geschossen», meinte Banditt und verriet sein Erfolgsrezept: «Üben, üben und nochmals üben».

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