Schütze Potteck ältester Meister
Montreal-Olympiasieger Uwe Potteck (Berlin) war mit seinen 54 Jahren der älteste, die 30 Jahre jüngere Jacqueline Messner aus Königsbach im Enzkreis die überraschendste und Monika Martin (Kobbermoor) die überlegenste Titelgewinnerin bei der DM der Sportschützen.
Auf der Olympia- Schießsportanlage in Garching-Hochbrück düpierte «Oldie» Potteck mit der Luftpistole alle deutschen Kaderschützen. Vor den aktuellen Assen landete beim sogenannten olympischen Wochenende mit Entscheidungen in elf der 15 Olympia-Disziplinen auch noch der 49-jährige dreimalige Olympia-Starter Hans-Jürgen Bauer-Neumaier (Freilassing).
In der ersten Wurfscheiben-Entscheidung der Titelkämpfe beherrschte Weltmeisterin Christina Brinker (Ibbenbüren) am Sonntagnachmittag mit guten 93 Treffern bei ihrem achten Titelgewinn in Serie die Konkurrenz. Mit der Olympischen Schnellfeuerpistole gewann der 21-jährige Dresdener Philipp Wagenitz (781,6) seinen ersten Titel bei den Männern. Zweiter wurde der dreimalige Olympiasieger Ralf Schumann (Stockheim/781,0) vor dem Olympia-Dritten Christian Reitz (Kriftel/780,0), der wie bei der EM vor wenigen Wochen durch einen Waffenschaden in Führung liegend wertvollen Boden einbüßte.
Noch überraschender war der Sieg von Luftgewehr-Spezialistin Messner. Die 24-jährige Bundesliga-Schützin egalisierte im Vorkampf mit maximal möglichen 400 Ringen den deutschen Rekord und verwies beim bisher größten Erfolg ihrer Laufbahn in der hochklassigen Konkurrenz mit 503,5 Zählern Weltrekordlerin Sonja Pfeilschifter (Ismaning/502,2) auf Platz zwei.
Lokalmatadorin Pfeilschifter, die dreimalige Weltmeisterin und Weltrekordlerin in beiden Olympia-Disziplinen, verpasste auch in der äußerst knappen Entscheidung mit dem Sportgewehr hauchdünn den Sieg. Als Vorkampfbeste musste sie im Finale Claudia Keck (Erding/682,3) und die nur einen Zehntelring - das entspricht einem Millimeter - zurückliegende Karin Schade (Meckbach) vorbeiziehen lassen. Pfeilschifter fehlten mit 681,8 fünf Millimeter zum Sieg.
Monika Martin dominierte die Konkurrenz mit der Sportpistole und hatte am Ende mit 787,5 Ringen deutliche 10,1 Zähler Vorsprung vor der Neubrandenburgerin Antje Noeske, die im Finale noch die Olympia- Dritte Munkhbayar Dorjsuren (München/777,0) auf den dritten Platz verwies. Weitere Siege für die junge Generation landeten Henri Junghänel (21/Breuberg) im KK-Liegendmatch und Florian Schmidt (23/Frankfurt/Oder) mit der Freien Pistole.
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