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Rotterdam (dpa)
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Hockey: WM-Helden nach schlechter Trophy raus

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Dem schlechtesten Champions-Trophy-Auftritt der deutschen Hockey-Herren seit 2004 folgte die Ausmusterung einiger WM- Helden für das Unternehmen Olympia.

Ein deutscher Spieler kämpft mit einem Gegner um den Ball.
Ein deutscher Spieler kämpft mit einem Gegner um den Ball.

Herren-Bundestrainer Markus Weise nominierte in Rotterdam nur noch neun Spieler für Peking, die bei der Heim-Weltmeisterschaft 2006 in Mönchengladbach triumphiert hatten. Größte Überraschung: Im Tor entschied sich Weise 42 Tage vor dem Auftaktspiel gegen Gastgeber China für Max Weinhold von Rot-Weiß Köln. Der Berliner Ulrich Bubolz, bei der WM noch zum besten Keeper gewählt, wurde aussortiert. «Bei dieser Entscheidung waren es sportliche Gründe und auch viel Bauchgefühl», meinte Weise.

Christian Schulte, eigentlich Nummer 2 hinter Bubolz, wird eine der beiden sogenannten P-Akkreditierungen bekommen. Er kann nur im Verletzungsfall für Weinhold einspringen. Das zweite Ticket «zweiter Klasse» bekam in Jan-Marco Montag ein weiterer Weltmeister. WM-Champion Sebastian Draguhn, beim 3:1 (1:1)-Sieg über Südkorea im Spiel um Platz fünf noch Torschütze bei der Champions Trophy, wurde gar nicht berücksichtigt. «Es geht damit los, dass wir bei den Olympischen Spielen anders aufgestellt sein werden», hatte Weise einen Tag vor der Nominierung über die Gründe für seine Gelassenheit und Zuversicht für ein gutes Olympia-Turnier gesagt.

Klar war, dass die rekonvaleszenten Christopher Zeller (Knie) und Max Müller (Hand) in Peking mit dabei sein würden. «Mit den beiden gehen wir gleich wieder einen Tick nach oben», meinte Kapitän Timo Wess und gab sich für den Jahres-Höhepunkt zuversichtlich: «Bei unserer Truppe ist alles drin, wir können ganz oben mitspielen.»

In Gruppe A trifft die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) neben China auf Spanien, Südkorea, Neuseeland und Belgien. Bei der Champions Trophy verlor man gegen Spanien (0:3) ebenso wie gegen die weiteren Olympia-Favoriten Niederlande (3:5) und Australien (1:3) - der Olympiasieger gewann letztlich das Endspiel gegen Spanien mit 4:1. «Ich hoffe, dass unsere junge Truppe es schafft», meinte Wess indes mit Blick auf die Peking-Partien. Viel Zeit bleibt jedoch nicht mehr. Noch scheint die Mannschaft ein gutes Stück von der nötigen Form entfernt, auch wenn sie zum Trophy-Abschluss der Sieg über die Asiaten immerhin vor dem letzten Platz bewahrte und sich Florian Keller als bester Torschütze des Turniers feiern lassen durfte. Der Berliner erzielte sieben Treffer.

Auffallend bei den Auftritten des deutschen Teams waren die Auszeiten, die man sich bisweilen nahm. Da wirkte ein Stromausfall auf der Anlage des HC Rotterdam beim 0:3 gegen Spanien (erstes Gegentor schon nach 12 Sekunden) fast schon wie ein böser Scherz. «Es war natürlich vorher schon klar, dass die Jungs eine Woche nach der deutschen Endrunde noch nicht auf olympischem Level spielen könnten», räumte Co-Trainer Andrew Meredith ein. Doch er sagte auch: «Da sind schon ein paar Fragen offen geblieben.» Die Antworten gab Weise mit der Nominierungsliste: «Es ging darum, zu sehen, wer in dieser Phase dem Druck standhalten kann», sagte Weise, der vor vier Jahren übrigens Olympia-Gold geholt hatte - mit den deutschen Hockey-Damen.

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