Stimme+
Cottbus (dpa)
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Boy glänzt bei Heim-Show - Nguyen und Seitz im Finale

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Philipp Boy schloss die Augen und stieß die Fäuste in die Luft. Obwohl den Vizeweltmeister derzeit mehrere Verletzungen hemmen, glänzte der Cottbuser Turner bei seiner Heim-Show am Boden.

Von Frank Thomas, dpa
Philip Boy erwischte einen guten Saisonstart. Foto: Friso Gentsch
Philip Boy erwischte einen guten Saisonstart. Foto: Friso Gentsch

Mit 15,25 Punkten kam der Lausitzer in seinem ersten Wettkampf des Olympia-Jahres gleich auf die Top-Position der Qualifikation. «Nachdem es im Training gestern gar nicht lief, habe ich heute wunderschöne Ruhe ausgestrahlt. Ich habe das Turnen ein bisschen zelebriert», meinte er zufrieden.

Wegen einer akuten Entzündung am Schlüsselbein kann der 24-Jährige derzeit am Reck kaum trainieren, um den Olympia-Start nicht zu gefährden. Daher hat er beim 36. «Turnier der Meister» auf sein Spezialgerät verzichtet. «Nachdem das Handgelenk endlich wieder in Ordnung ist, quälen mich neuerdings noch eine Muskelverhärtung und eine Knochenhautentzündung», sagte der Sunnyboy und griff sich an den Unterschenkel. «Alles wirft mich im Training zurück. Ich bin noch lange nicht da, wo ich hin will», räumte er ein.

Zum vierten Mal nimmt Boy am «Turnier der Meister» teil, ein Sieg ist ihm bisher nicht gelungen. Im Finale könnte er nun Trainer Karsten Oelsch beerben, der 1998 am Reck für den bis dato letzten Sieg eines Cottbusers beim Traditionsturnier gesorgt hatte, das zum zweiten Mal zur Challenge-Cup-Serie des Weltverbandes FIG gehört.

Gut in Form präsentierte sich Barren-Europameister Marcel Nguyen, der mit 15,125 Zählern als Sechster ins Ringe-Finale einzog. «Die Übung war eher mittelmäßig. Da geht mehr», meinte der Hachinger, der auch am Barren und Reck starten wird. Hingegen patzte Ex-Europameister Matthias Fahrig am Boden und turnte am Finale vorbei. Fabian Hambüchen hatte wegen einer anderen Olympia-Vorbereitung auf Cottbus verzichtet.

Seit einem Jahr plagt sich Vize-Europameisterin Elisabeth Seitz mit einem Sehnenriss im Fuß, der in Cottbus alle Starts außer dem am Barren verhinderte. Angesichts dieser Sorgen ist der vierte Platz (13,95) aller Ehren wert. «Ich wollte durchkommen, das ist mir gelungen. Ich bin nicht unzufrieden», meinte die Mannheimerin, während die EM-Dritte Kim Bui das Finale verfehlte.

Cheftrainerin Ulla Koch hat große Verletzungssorgen, da mit der WM-Zehnten Nadine Jarosch und der Olympia-Zweiten Oksana Chusovitina wichtige Stützen des potenziellen Olympia-Teams verletzungsbedingt nicht den Sprung in die Cottbus-Riege schafften.

Nach oben  Nach oben