Deutsche Volleyballer verpassen EM-Halbfinale

Apeldoorn (dpa)  Weltmeister Polen ist einfach eine Nummer zu groß. Die deutschen Volleyballer scheiden im EM-Viertelfinale aus. Die Hoffnung auf eine erneute Medaille erfüllt sich nicht. Die Leistung von Georg Grozer & Co. macht aber Mut für die Olympia-Qualifikation.

Von Martin Moravec, dpa
Email
Polen - Deutschland
Die polnischen Spieler bilden einen Block gegen einen Schmetterball von Ruben Schott (l).

Abgekämpft verließen Georg Grozer & Co. das Parkett und liefen in die Katakomben. Die Hoffnungen der deutschen Volleyballer auf den EM-Medaillenkampf sind an Polens Weltmeistern zerschellt.

Der Vize-Europameister von 2017 musste sich den Kraftpaketen des ehemaligen Bundestrainers Vital Heynen im Viertelfinale mit 0:3 (19:25, 21:25, 18:25) geschlagen geben.

«Wir haben schon unsere Grenzen aufgezeigt bekommen, was im Grunde genommen keine Schande ist, so wie Polen im Moment spielt», sagte Kapitän Lukas Kampa. «Am Ende haben wir einige Punkte mit leichten Aufschlägen verloren», resümierte Nationaltrainer Andrea Giani. «Wir müssen diese Spiele für die Zukunft nutzen.»

Für Gianis Mannschaft platzte der Traum von erneutem Edelmetall zwar am Montag. Die leidenschaftliche Vorstellung vor 6500 vor allem polnischen Fans im niederländischen Apeldoorn macht jedoch viel Mut für die Olympia-Qualifikation im Januar in Berlin. 18 Punkte des besten deutschen Angreifers Grozer waren am Ende trotz einer entschlossenen und konzentrierten Mannschaftsleistung zu wenig.

Auch die deutschen Volleyballerinnen waren bei ihrer EM vor wenigen Wochen an Polen im Viertelfinale gescheitert. Heynens Team trifft nun in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana auf den Gastgeber oder Titelverteidiger Russland.

Grozer & Co. benötigten in ihrem vierten EM-Viertelfinale in Serie nur eine kurze Anlaufphase, dann waren sie im Spiel. Wichtig für den Diagonalangreifer war, dass seine Aufschläge kamen. Das gab dem 34-Jährigen Zuversicht. Mit Flatteraufschlägen brachte dann Kapitän Kampa Polens Topangreifer Wilfredo Leon in Bedrängnis. Heynen nahm beim Stand von 10:10 eine Auszeit. «Kommt schon, Jungs, ihr seid viel besser als sie. Ihr müsst euer Spiel spielen», herrschte der Belgier seine Stars an. Stattdessen bescherte Grozer jedoch den Deutschen die erste Führung der Partie (11:10).

Mit den variablen Aufschlägen von Mateusz Bieniek kamen Gianis Männer allerdings nicht klar, auf 19:14 zog der Weltmeister davon. Der eingewechselte Denis Kaliberda musste dann auch noch wegen einer Blessur an seinem angeschlagenen rechten Knie vom Feld. Die bei eigenem Aufschlag mutigen Deutschen blieben auf Tuchfühlung, Polens Block erwies sich jedoch als zu stark.

«Wir können Polen schlagen, müssen in unserer Leistung dafür aber noch insgesamt einen Schritt nach vorne machen», hatte Giani mit Blick auf das 3:1 im Achtelfinale gegen die Niederlande erklärt. Das taten seine Spieler auch. Allerdings hat Polen in Michal Kubiak auch einen Kapitän, der seiner Mannschaft immer wieder mit Gewinnschlägen Luft verschafft. Deutschland musste nun in diesem hochintensiven Schlagabtausch einem 9:15 hinterherlaufen.

An Courage mangelte es Deutschland wahrlich nicht. Nur zu gerne wollten sie die fünfte EM-Niederlage gegen ein polnisches Team am Stück verhindern. Im Block waren Gianis Männer jedoch unterlegen und mussten auch den zweiten Durchgang abgeben. Grozer und seine Teamkollegen wehrten sich weiter und waren im letzten Satz bis auf 14:15 dran. Die Power der Polen konnten sie aber nicht mitgehen und verabschiedeten sich trotz einer starken Leistung aus der EM.


Kommentar hinzufügen