Schock: Kutschers Pferd verletzt - Keine Medaille

Lexington (dpa)  Flop in der ersten Disziplin, Schock für Springreiter Marco Kutscher: Der Auftakt der Pferdesport-WM in Lexington brachte eine Enttäuschung und eine Zitterpartie in der Heimat. Die deutschen Westernreiter wollten im Reining eine Medaille, kamen aber nur auf Platz sechs.

Angeschlagen
Dass Marco Kutschers "Cash" noch rechtzeitig fit wird, scheint unwahrscheinlich.

Geschockt reagierte derweil Marco Kutscher auf die Verletzung seines WM-Pferdes Cash. «Mir geht es beschissen», gab der Springreiter aus Riesenbeck zu.Kutschers Pferd war nicht mit zur Weltmeisterschaft nach Lexington (US-Bundesstaat Kentucky) geflogen und droht nun komplett auszufallen. «Ich habe noch ein bisschen Hoffnung», sagte Kutscher. «Aber es wird eine Zitterpartie.» Dass der 14-jährige Wallach sich von der Hufgelenksprellung am rechten Vorderbein erholt, erscheint wenig wahrscheinlich.

«Das ist schwer zu sagen», meinte der Doppel-Europameister von 2005 zu den Aussichten auf Besserung. Wirklich hoffnungsfroh klang Kutscher freilich nicht: «Es würde alles über den Haufen geschmissen. Wir müssen abwarten und dann eine Entscheidung treffen.» Wie es zu der Verletzung kam, konnte der Weltklasse-Reiter nicht erklären.

Bundestrainer Otto Becker legte fest: «Ob Cash die Reise nach Kentucky antreten kann, entscheiden wir am Montag.» Fallen Kutscher und Cash wie befürchtet aus, rückt die bisherige Ersatzreiterin Janne-Friederike Meyer (Schenefeld) mit Lambrasco ins deutsche Quartett. Ein weiteres Ersatzpferd - oder Cash - dürfte am Mittwoch hinterherfliegen. Die Springreiter starten in der zweiten WM-Woche.

Als neuer Ersatz können die Reiter und Pferde von der «Longlist» nachreisen. Philipp Weishaupt (Riesenbeck), Lars Nieberg (Homberg/Ohm) und Thomas Mühlbauer (Kötzting) sind die drei Kandidaten. Der ebenfalls auf der Liste stehende Ludger Beerbaum (Riesenbeck) kommt nicht infrage, er hatte nach dem Debakel bei den deutschen Meisterschaften von sich aus auf einen WM-Start verzichtet. «Die Entscheidung ist keine andere als vor drei Wochen», sagte Beerbaum am Sonntag.

«Wir haben uns noch nicht festgelegt», erklärte Becker. Der Bundestrainer war «im ersten Moment geschockt, als ich davon erfahren habe. Man ist vor einer WM ohnehin angespannt - und dann so eine Nachricht. Es ist richtig über uns hereingebrochen.» Der Coach versuchte dennoch, Optimismus zu verbreiten. «Wir haben das Glück, dass wir mit Janne und Lambrasco ein sehr starkes Paar als Ersatz hätten.» Lambrasco flog ebenso in die USA wie die Pferde von Marcus Ehning (Plot Blue), Meredith Michaels-Beerbaum (Checkmate) und Carsten-Otto Nagel (Corradina).

Die WM hatte für die deutsche Delegation schon vor der ernüchternden Nachricht aus der Heimat mit einer Pleite begonnen. Gleich der erste Starter, der Westernreiter Nico Hörmann, erlebte eine schwere Enttäuschung und blieb ohne Punkte. Der Profi aus Bünde war mit seinem Pferd Mister Dual Spring bei einer Übung weggerutscht und erhielt null Punkte. Seine Kollegen konnten das nicht aufholen. Statt der anvisierten Medaille blieb nur Platz sechs. Weltmeister wurden die USA. Die Gastgeber setzten sich erwartungsgemäß souverän durch und siegten vor Belgien und Italien. Immerhin erreichten Sylvia Rzepka (Mittendorf/Österreich) mit Doctor Zip Nic und Grischa Ludwig (Bitz) mit Hot Smokin Chex das Einzelfinale am 30. September.