Kebebe gewinnt Paris-Marathon

Berlin (dpa)  Der Äthiopier Tsegaye Kebede und Martha Komu aus Kenia haben den Paris-Marathon gewonnen. Kebede siegte in 2:06:40 Stunden vor den beiden Kenia-Läufern Moses Arusei (2:06:50) und James Rotich (2:07:24).

Paris-Sieger
Winner Kebede freut sich über seinen Sieg beim Paris-Marathon.

Der Äthiopier schaffte damit die zweitschnellste Zeit des Jahres hinter seinem Landsmann und Weltrekordler Haile Gebrselassie (2:04:53), der im Januar in Dubai seinen Weltrekord vom 30. September des Vorjahres in Berlin nur um 27 Sekunden verfehlte hatte. Frauen-Siegerin Martha Komu war in 2:25:29 Stunden vor Worknech Tola (Äthiopien/2:25:37) und ihrer Landsfrau Lenah Cheruiyot (2:26:00) erfolgreich.

Zahlreiche Teilnehmer unter den 35 000 Läuferinnen und Läufern protestierten wegen der Menschenrechtsverletzungen Chinas in Tibet mit Schriftzügen auf ihren Renntrikots. «Ich laufe, ohne auf Menschenrechten herumzutrampeln», war zu lesen. Am Ziel hatten sich Zuschauer mit der Tibet-Flagge versammelt und warben für eine Unterschriftensammlung mit dem Slogan «Spiele der Schande».

André Höhne aus Berlin hatte mit einem dritten Platz bei der Geher-Challenge des Weltverbandes IAAF einen guten Start in die Olympia-Saison. Der WM-Vierte von 2005 erfüllte in Rio Maior (Portugal) über 20 km in 1:20:19 Stunden auf Anhieb die Olympia-Norm für Peking und musste nur dem Norweger Erik Tysse (1:19:51) sowie dem Spanier Juan Manuel Molina (1:20:06) den Vortritt lassen. Für den 30-Jährigen war es der zweitbeste Wettkampf seiner Karriere, nur zur WM 2005 in Helsinki war er 19 Sekunden schneller.

Auch die Wattenscheiderin Sabine Zimmer unterbot über diese Distanz als Fünfte in 1:30:41 Stunden die einmal zu erfüllende Olympia-Norm um 19 Sekunden. Die Norwegerin Kjersti Plätzer (1:29:29), Schwester des Männersiegers, behauptete sich vor Susana Feitor (1:29:31) und Ana Cabecinha (beide Portugal/1:29:56).

Seriensieger Michael Sommer (Schwaikheim) und die 23 Jahre alte Debütantin Branka Hajek (Kornwestheim) triumphierten bei den 22. deutschen Meisterschaften über 100 km. Sommer sicherte sich am Samstag im Bundesleistungszentrum Kienbaum nach 6:56:52 Stunden seinen insgesamt siebenten Titel. Es war für den 43-jährigen WM- Dritten von 2003 schon der sechste Erfolg hintereinander. In Abwesenheit der Titelverteidigerin Birgit Schönherr-Hölscher (Witten) siegte Branka Hajek in 8:11:13 Stunden. Insgesamt nahmen 170 Läuferinnen und Läufer die 100 km in Angriff.

Martin Beckmann (Leinfelden-Echterdingen) sicherte sich bei der deutschen Straßenlauf-Meisterschaft in Calw in 1:06:08 Stunden den Titel im Halbmarathon vor Florian Neuschwander (München/1:06:37) und Lennart Sponar (Berlin/1:06:41). Der 28. Berliner Halbmarathon mit insgesamt 24 551 Teilnehmern endete am Sonntag mit Kenia-Erfolgen durch Vorjahressieger Patrick Maukau Musyoki (1:00:00) und Peninah Arusei (1:08:22).

Im Ziel
Kebede Tsegaye überquert nach 2:06:40 Stunden die Ziellinie.
Protest-Läufer
Ein Läufer trägt beim Marathon in Paris eine Tibet-Fahne.
Champs Elysees
Der Champs Elysees ist beim 32. Paris-Marathon mit Läufern bevölkert.
Skurril
Ein als Kellner gekleideter Läufer balanciert beim Marathon in Paris sein Tablett.