Rumänischer Nationalspieler Cozma wurde erstochen

Budapest (dpa)  Der rumänische Handball-Nationalspieler Marian Cozma ist in der Nacht zum 8. Februar in einem Tanzlokal im ungarischen Veszprem erstochen worden.

Erstochen
Marian Cozma ist in Ungarn bei einem Überfall erstochen worden.

Der 26-Jährige stand beim Club MKS Veszprem unter Vertrag und feierte in dem Plattensee-Ort in einer Disco gerade mit der ganzen Mannschaft, als plötzlich eine Gruppe von Gewalttätern in das Lokal eindrang. Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur, ebenso herrschte zunächst Unklarheit über die Motive.

Cozma wurde von einem Unbekannten mit einem Messer ins Herz gestochen. Er starb kurz danach in einem Krankenhaus. Zwei seiner Teamkollegen, der Serbe Zarko Sesum und der Kroate Ivan Pesic, wurden bei dem Handgemenge zum Teil lebensgefährlich verletzt, sind aber außer Lebensgefahr. Nach Angaben von Club-Präsident Akos Hunyadfalvi hat es sich bei den Angreifern um eine etwa 30 Mann starke Gruppe gehandelt. Sie hätten es speziell auf Cozma abgesehen gehabt. Er habe gerade mit seiner Freundin getanzt, als die Gruppe auf ihn losging, sagte Hunyadfalvi weiter.

Die österreichische Polizei hat noch am Abend desselben Tages drei tatverdächtige Ungarn in der Steiermark festgenommen. Die zwei Männer und eine Frau wurden aufgrund einer internationalen Fahndung auf der Autobahn A2 Richtung Graz gestellt und verhaftet. Sie sollen auf der Flucht nach Italien gewesen sein, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Nach Angaben der Polizei ließen sich die drei wegen verschiedener Gewalttaten bereits vorbestraften Ungarn widerstandslos festnehmen. Über das Tatmotiv wurde zunächst nichts bekannt. Der Europäische Handballverband (EHF) mit Sitz in Wien hat der Familie des ermordeten Cozma seine Anteilnahme ausgedrückt.

Cozma spielte zuletzt bei der Weltmeisterschaft in Kroatien für Rumänien. Das Sportministerium in Bukarest bezeichnete seinen Tod als großen Verlust für den rumänischen Handballsport. Cozma «war auf dem Höhepunkt seiner Karriere und hatte alle Chancen, weiter zu wachsen», sagte Staatssekretär Octavian Bellu. Der Handballer hatte seine Karriere bei Dinamo Bukarest begonnen und wechselte 2006 nach Veszprem. Die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete, dass Cozma 2005 in Bukarest schon einmal von einer acht Männer umfassenden Gruppe niedergestochen und schwer verletzt worden war.