Matthäus in Israel - Fans feiern den Maccabi-Coch

Tel Aviv (dpa)  Als Lothar Matthäus auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv eintraf, wurde der erste deutsche Coach eines israelischen Fußball-Clubs schon gespannt erwartet.

Von Hans Dahne und Thomas Prüfer, dpa
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Premiere
Lothar Matthäus ist der erste deutsche Trainer der einen israelischen Club betreut.

Eine Schar von Fans und rund 20 Journalisten standen Spalier, als der Rekord-Nationalspieler am Tag vor dem offiziellen Trainingsauftakt bei Maccabi Netanya den Austrian Airlines-Flieger Nummer OS 857 verließ. Als der 47-Jährige verschwitzt aus der Zoll- und Passkontrolle herauskam, wurde ihm unter lautstarken «Lothar Matthäus»-Gesängen vom harten Kern der Maccabi-Getreuen ein Schal in den Vereinsfarben schwarz-gelb umgehängt.

Nach der Weiterreise in die etwa eine Autostunde nördlich von Tel Aviv gelegene Küsten-Stadt wollten ihm die Anhänger in Netanya ebenfalls einen herzlichen Empfang bereiten. Viele Schaulustige werden auch zum Trainingsstart erwartet. «Die Aufgabe ist für mich durchaus reizvoll», hatte Matthäus vor der Abreise über die Herausforderung in Israels «Hauptstadt des Sports» gesagt. Mit dem Tabellenzweiten, an den er sich bis 2010 gebunden hat, strebt der Franke als erstes Ziel die Qualifikation für den UEFA-Pokal- Wettbewerb an. Die Club-Oberen versprechen sich von dem Star aus Deutschland aber mehr als sportlichen Erfolg allein.

«Wir sind froh, dass wir so einen renommierten Mann verpflichten konnten», hatte Maccabi Netanyas Finanzvorstand Andreas Stamatiou der dpa nach der Einigung mit dem Weltmeister von 1990 und siebenmaligen deutschen Meister gesagt. «Ich erhoffe mir eine positive Entwicklung im deutsch-israelischen Verhältnis. Und außerdem, dass Matthäus die Mannschaft in den nächsten zwei Jahren sportlich weiterbringen kann». Clubchef Daniel Jammer betonte damals, der 150-malige Nationalspieler solle den Verein, der in der abgelaufenen Saison klar im Schatten von Meister Beitar Jerusalem stand, «zur festen Größe in Israel» machen.

Wenn Matthäus seine neue Mannschaft am 2. Juli zum ersten Mal auf den Trainingsplatz bitten wird, trifft er auf einen alten Bekannten aus der Bundesliga. Francis Kioyo wechselte zu Jahresbeginn vom FC Energie Cottbus in die 170 000 Einwohner zählende und nördlich von Tel Aviv liegende Küsten-Stadt Netanya. «Auf Matthäus freue ich mich richtig», zitierte die «Bild am Sonntag» den 28 Jahre alten Stürmer, der mit Blick auf seinen neuen Übungsleiter ergänzte: «Er wird den Fußball hierbringen, den ich aus der Bundesliga kenne.»

Anders als als Fußballer, wo er seine erfolgreichste Zeit beim FC Bayern München erlebte, hat Matthäus als Trainer ausschließlich im Ausland gearbeitet: Er war für Rapid Wien, Partizan Belgrad, Atletico Paranaense in Brasilien, als Nationalcoach in Ungarn und zuletzt als Giovanni Trapattonis Assistent bei Red Bull Salzburg tätig. Am besten verlief die Zeit bei Partizan: Er führte den Club 2003 zum Championat in Serbien-Montenegro und danach in die Champions League. Nach seinem Aus in Salzburg nutzte er in diesem Jahr die Zeit und beendete im Mai an der Sporthochschule Köln seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer.


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