Klasnic will nach Abstieg wieder in die Bundesliga

Nantes (dpa)  Der Frankreich-Ausflug war für Ivan Klasnic ein Flop. Werder Bremens Ex-Stürmer will nach dem Abstieg des FC Nantes sobald wie möglich zurück in die Fußball-Bundesliga. «Ich schaue mich um und bin auf der Suche», sagte der kroatische Nationalspieler der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Wechselwillig
Ivan Klasnic spricht bei einer Pressekonferenz im April 2008 in Bremen.

Er sei nicht auf Deutschland festgelegt, «aber natürlich schaut man vor allem dorthin, wo man sich auskennt und wo man schon Erfolge hatte». Zu Angeboten aus der Bundesliga wollte er sich jedoch nicht äußern: «Dazu will ich jetzt nichts sagen.» Deutsche Zeitungen hatten ihn unter anderem mit Hertha BSC in Verbindung gebracht.

Klasnic war in der Bundesliga ein Torgarant, 49 Tore in 151 Punktspielen für Werder erzielte der Profi mit dem Spitznamen «Knipser». In Frankreich lief es allerdings nur sehr mäßig. Gerade einmal sieben Treffer erzielte der mit einer Spenderniere lebende Klasnic für Nantes. Der Verein stieg als Zweitletzter nach nur einem Jahr wieder in die 2. Liga ab.

Klasnic sehnt sich nach dem misslungenen Abenteuer zurück nach Deutschland. Kein Wunder, denn in Frankreich gilt der beim FC St. Pauli groß gewordene Stürmer als Fehleinkauf. Der in Nantes als Star und Symbol für den Aufbruch in neue Zeiten angekündigte Kroate ist nun der Sündenbock. «France Football» bezeichnete den Angreifer als «großes Mysterium». In der Bundesliga, wo viele Clubs treffsichere Stürmer suchen, könnte Klasnic von seinem Ruf als eiskalter Verwerter profitieren.

«Am Anfang war es schwer, die Eingewöhnung hat ein bisschen gedauert», berichtete der in Hamburg geborene und aufgewachsene Kroate, der in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem HSV in Verbindung gebracht worden war. Nach der Winterpause sei es besser gelaufen. «Aber nach einer Länderspielreise hat mich der Trainer nicht mehr aufgestellt», berichtete Klasnic und rätselt noch immer: «Ich weiß nicht, warum.» Das Verhältnis zu Trainer Elie Baup war insgesamt angespannt, Klasnic galt in Nantes als Wunschspieler von Vereinspräsident Waldemar Kita. Auch wenn der Coach nun gehen musste: Für die 2. Liga hält sich Klasnic zu gut. Und zu teuer dürfte er auch sein.

Er habe keinen Druck, versicherte Klasnic, der sich derzeit mit der Nationalmannschaft Kroatiens auf das WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine (Samstag/20.15 Uhr) vorbereitet. Er sei offen für Angebote. Ausgeschlossen ist nur der Weg zurück nach Bremen, wo er sieben Jahre lebte und 2004 mit Werder Meisterschaft und Pokal gewann. Der mit einer Spenderniere seines Vaters lebende Profi liegt nach wie vor im Rechtsstreit mit zwei Ärzten und zwei Reha- Einrichtungen des Vereins. Er wirft ihnen vor, eine schwere Nierenerkrankung trotz eindeutiger Blutwerte nicht rechtzeitig erkannt zu haben, und verlangt Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro.