Die Islacker-Story: Nach «Penny» stürmt jetzt Mandy

Duisburg (dpa) - Wenn im Ruhrgebiet der Name Islacker fällt, horcht der Fußball-Fan auf.

Von Roland Leroi, dpa

<p>Wie der Vater, so die Tochter: Frank Islacker hat Mandy sein Talent vererbt.</p>

Wie der Vater, so die Tochter: Frank Islacker hat Mandy sein Talent vererbt.

1955 schoss Franz Islacker, den alle «Penny» nannten, Rot-Weiß Essen mit drei Toren beim 4:3 gegen den 1. FC Kaiserslautern zur deutschen Meisterschaft, 1953 gewann er mit RWE den DFB-Pokal.

50 Jahre später erlebt der Name seine Renaissance: «Penny» Islackers Enkelin Mandy setzt die Tradition der Familie fort. Für den Frauen-Bundesligisten FCR Duisburg bestritt die 16 Jahre alte Schülerin in dieser Saison schon sechs Einsätze und erzielte zwei Tore.

Mandy Islacker weiß, dass sie in prominente Fußstapfen tritt. «Ich werde ja jede Woche darauf angesprochen», sagt die Essenerin, die das keineswegs als unangenehm empfindet: «Im Gegenteil, es macht mich stolz, wenn sich Menschen durch mich an meinen Opa erinnern. Er hat ja schließlich eine Menge erreicht.» Mandy Islacker kennt die alten Geschichten nur durch Erzählungen, denn 1970, als ihr Großvater starb, war sie noch nicht geboren: «Wir haben auch keine alten Filme von seinen großen Spielen.»

Fußball spiele sie indes «nicht aus historischen Gründen, sondern weil es mir Spaß macht». Bereits mit vier Jahren hat Mandy beim BV Altenessen begonnen, weil ihr Vater dort eine Jugendmannschaft trainierte. Papa Frank, der 1982 drei Bundesliga-Partien für den VfL Bochum absolviert hatte, dann aber mit einem Kreuzbandriss seine Karriere frühzeitig beenden musste, hielt zunächst allerdings wenig von dem «Mädchen-Gebolze».

«Fußball ist Männersport, habe ich immer gedacht», erinnert sich Frank Islacker, der die sportliche Familientradition nach der Geburt zweier Töchter schon als beendet betrachtet hatte. «Wenn Mandy das erste Mal hinfällt, hat sie die Nase vom Fußball voll», hatte der Vater damals zu seiner Frau Andrea gesagt. Mandy stand aber wieder auf und kam mittlerweile schon mehrfach in der U 17-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zum Einsatz. Ihr Großvater, der sich laut Familien-Chronik 1955 mit Bundestrainer Sepp Herberger angelegt hatte, lief nur ein Mal für Deutschland auf.

Mandys Duisburger Vereinstrainer Jürgen Krust ist von seiner Stürmerin überzeugt, geht allerdings sorgfältig mit Lobeshymnen um. «Mandy hat eine Menge Potenzial, muss aber ständig an sich arbeiten. Bis jetzt hat sie ja noch nichts erreicht», meint der FCR-Coach, der in seinem Kader gleich sieben Spielerinnen hat, die Ende November in Thailand die U 19-WM gewannen. «Um da hinzukommen, werde ich hart arbeiten», verspricht die Spielerin, die im Gegensatz zu Vater und Großvater einen starken linken Fuß hat. «Da ist irgendwas schief gelaufen», sagt Frank Islacker.

Doch Mandy ist fast nur eines wichtig: Dass die gute Fußball-Tradition der Islackers fortgesetzt wird: «Wenn ich mal heirate, werde ich meinen Namen in jedem Fall behalten. Sonst fällt die Hochzeit eben flach.»