Ex-Toyota-Teamchef Andersson stirbt bei Unfall
Der Rennsport war sein Leben, im Rennwagen fuhr er in den Tod: Der ehemalige Toyota-Motorsportchef Ove Andersson ist nach einem Unfall bei einer Oldtimer-Rallye in Südafrika gestorben.

Der 70 Jahre alte Schwede, unter dessen Führung Toyota 2002 in der Formel 1 debütierte, sei mit seinem Wagen in einen Frontal- Zusammenstoß verwickelt gewesen, teilte sein früherer Arbeitgeber mit. «Jeder bei Toyota ist extrem geschockt und tief betrübt über die schreckliche Nachricht», sagte Toyota-Motorsportpräsident Tadashi Yamashina.
Auch der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher, der für Toyota zwischen 2005 und 2007 insgesamt 53 Grand Prix bestritt, reagierte entsetzt. «Ich bin bestürzt über die Nachricht von Oves Tod. In den drei Jahren bei Toyota hatte ich ihn als Berater des Teams schätzen gelernt», sagte der 32-Jährige, der in dieser Saison für Mercedes im Deutschen Tourenwagen Masters startet. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug erklärte: «Ove war ein guter Bekannter. Ein Schock, dass er so ums Leben kam.»
In einem Volvo-Modell aus dem Jahr 1957 hatte Andersson am Klassiker-Rennen Continental Milligan Vintage Trial teilgenommen. In einer unübersichtlichen Kurve fuhr plötzlich ein Kleinbus auf die Strecke, der erfahrene Rennpilot Andersson konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Sein Beifahrer wurde bei dem Unfall verletzt.
Schon früh war die Motorsport-Begeisterung des Schweden erwacht, nachdem sein Vater ein Motorrad erworben hatte. In den 60er Jahren fuhr er erfolgreich als Rallye-Pilot für Saab, Ford und Lancia, gewann unter anderem die berühmte Rallye Monte Carlo. Nach seiner aktiven Karriere baute er sich sein eigenes Team auf. Der große Erfolg kam nach dem Verkauf des Rennstalls an Toyota und dem Umzug nach Köln-Marsdorf: Das von Andersson geleitete Team gewann vier Fahrer- und drei Konstrukteurstitel in der Rallye-Weltmeisterschaft.
Fast aus dem Nichts startete Andersson mit dem japanischen Autobauer dann ins «Abenteuer Formel 1». Der Geldgeber aus dem Land der aufgehenden Sonne machte Druck und verlangte schnellen Erfolg in der «Königsklasse» des Motorsports. Gleich bei der Premiere am 3. März 2002 beim Großen Preis von Australien steuerte der Finne Mika Salo seinen Toyota auf Platz sechs und damit in die Punkteränge. Danach musste das Team immer wieder Rückschlägen verkraften, der von Andersson einst als festes Ziel ausgegebene WM-Titel bei Fahrern und Herstellern ist auch in diesem Jahr weit entfernt.
Andersson hatte bereits am Ende der Debütsaison aus Altersgründen seinen Posten als Motorsport-Präsident räumen müssen. Bis zum vergangenen Jahr blieb er aber Berater bei Toyota. «Ove war eine Inspiration für unser Team und für viele im Motorsport», sagte Motorsportpräsident Yamashina.
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