Ansporn

Eishockey  Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der WM in Lettland einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht, findet unser Redakteur.

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Das waren zwei packende Eishockey-Wochen in Riga. Im Vorfeld der WM hätte wohl kaum jemand gedacht, dass die deutsche Auswahl am Final-Wochenende noch mit von der Partie sein würde. Aushängeschild Leon Draisaitl fehlte, ebenso NHL-Shooting-Star Tim Stützle. Nur tröpfchenweise füllte sich der Kader, fünf der sechs Vorbereitungsspiele gingen verloren, schon der Viertelfinaleinzug schien ein arg hochgestecktes Ziel.

Natürlich kamen unter diesen Voraussetzungen die coronagebeutelten Italiener als perfekter Auftaktgegner daher. Doch schon im dritten Spiel gelang mit dem Sieg gegen Kanada Historisches. Der Erfolg war kein Zufall, wenngleich ein wenig Spielglück dabei war. Beseelt von der durch Olympia-Silber 2018 geweckten Siegermentalität, jeden Gegner schlagen zu können, bestach die deutsche Auswahl mit der Opferbereitschaft jedes Einzelnen, großem Teamgeist und ja, auch mit spielerischen und individuellen Glanzlichtern.

Selbst die drei Niederlagen gegen Kasachstan, Finnland und die USA erschütterten das eigene Selbstverständnis nicht. Die Siege in den Alles-oder-nichts-Spielen gegen Lettland und die Schweiz unterstrichen die neue Stabilität. Im Kampf um Edelmetall fehlte letztlich die Abschluss-Qualität, um sich den Traum einer WM-Medaille zu erfüllen. Doch nach kurzer Trauer sollte das als Ansporn für den nächsten Anlauf genommen werden.


Stephan Sonntag

Stephan Sonntag

Autor

Stephan Sonntag arbeitet seit Oktober 2008 für die Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat wurde der gebürtige Westerwälder in die Sportredaktion übernommen. Dort ist er für Handball, Eishockey, Boxen und Rugby zuständig.

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