Russische KHL wirbt weiter um westliche Clubs

Moskau (dpa)  Die mit Milliarden aus dem Gas- und Öl-Geschäft gesponserte russische Kontinental Hockey League (KHL) gibt ihr Werben um westliche Vereine nicht auf.

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Beim All-Star-Spiel der KHL traten die Teams 2008 auf dem Roten Platz in Moskau an.

«Falls europäische Clubs Interesse an einem Wechsel in die KHL haben sollten, sind wir zur Zusammenarbeit bereit», sagte KHL-Präsident Alexander Medwedew in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Moskau. Dies betreffe auch Vereine aus Deutschland. «Unsere Liga hat sehr hohe Ansprüche an ihre Mitglieder und könnte einst die besten Clubs Europas vereinigen.» Am 10. September startet die Eliteklasse mit 24 Mannschaften aus Russland, Kasachstan, Lettland und Weißrussland in die zweite Saison.

Die KHL will mit Expansion in andere europäische Länder der nordamerikanischen Profi-Liga NHL Konkurrenz als bedeutendste Liga der Welt machen. Zuletzt wechselten starke Spieler wie Verteidiger Deron Quint vom deutschen Eishockey-Meister Eisbären Berlin sowie der Tscheche Jiri Hudler vom NHL-Club Detroit Red Wings nach Russland. Mit deutscher Staatsbürgerschaft spielen derzeit Eduard Lewandowski und Dimitrij Kotschnew in Moskau.

Laut Medwedew, der auch Vize-Aufsichtsratsvorsitzender des russischen Energiekonzerns Gazprom ist, hat die Finanzkrise der KHL geschadet. «Die meisten Vereine hatten dadurch wirtschaftliche Probleme, aber am Ende ist nur ein Club aus der Liga ausgestiegen.» Der weißrussische KHL-Verein Dynamo Minsk habe sogar trotz finanzieller Sorgen eine moderne Halle für 15 000 Zuschauer gebaut, in der 2014 Spiele der Eishockey-WM stattfinden werden. Noch pumpen zahlreiche Unternehmen und Sponsoren aus dem russischen Energiegeschäft Kapital in die Liga. «Aber in fünf Jahren muss die KHL rentabel arbeiten und Gewinn abwerfen», unterstrich Medwedew. Der 54-Jährige ist nicht verwandt mit Kremlchef Dmitri Medwedew.